Text-Bild-Ansicht Band 142

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Der rosenrothe Bertram hat dagegen doppeltgefiederte Blätter, mit kurzen, abstehenden Lappen, einen ziemlich kahlen allgemeinen Kelch, dessen Schuppen am Rande und an der Spitze trockenhäutig, schwarz, fast gewimpert sind; die Randblüthen sind schön hell rosenroth, der Stengel ist nackt, gefurcht, unter dem Scheibenkopfe etwas verdickt und wenig zottig. Diese Pflanzen bilden einen kleinen Strauch mit ausdauernden Wurzeln und etwa 12 bis 15 Zoll hohen Zweigen und mit 1 1/2 Zoll im Durchmesser besitzenden Scheibenköpfchen. Sie gedeihen noch bei 20° Cels. Kälte, einer Temperatur, welcher sie oft auf kaukasischen Bergen und Plateaux in einer Höhe von 4500 bis 6800 Fuß über der Meeresfläche ausgesetzt sind. Obgleich sie nur selten auf Feldern gefunden werden, sind sie doch leicht der Gartencultur zu unterwerfen, und seitdem man erfahren, wie viel sie aushalten können, hat man sie namentlich im südlichen Rußland, z.B. bei Iflis, gegenwärtig aber auch, wiewohl mehr als Zierpflanzen, in Holland, Frankreich und Deutschland angebaut. Die Blüthezeit fällt in den Monat Juni. Zur Ernte benutzt man trockene Tage, und in einem Tag kann ein guter Schnitter 30 bis 80 Pfd. der wildwachsenden Pflanze einsammeln. Die Blüthenköpfe werden gewöhnlich an der Sonne getrocknet, doch hat man gefunden, daß sie viel kräftiger wirken, wenn sie im Schatten getrocknet werden. Zur Beförderung des Austrocknens werden sie von Zeit zu Zeit umgewendet; sie verlieren etwa 90 Proc., und die vollkommen getrockneten Blumen werden mit der Hand zu grobem Pulver zerdrückt und dieses dann auf einer kleinen Mühle fein gemahlen. Die schwierigste Aufgabe bei dieser sehr einfachen Zubereitung bleibt die Herbeischaffung einer großen Menge blühender Pflanzen. Nach einer annähernden Berechnung hat man gefunden, daß ein Raum von 18 Quadratruthen einen Centner Pulver liefert. Diese Pflanzen kommen übrigens in jedem Boden, in fruchtbarem wie unfruchtbarem, trockenem wie feuchtem, fort, und können ebenso durch Samen, wie durch Wurzeltheilung fortgepflanzt werden. (Neues Jahrbuch für Pharmacie Bd. V S. 39.)

Wahler'sche Frostsalbe.

Die Vorschrift zu dieser schon lange bekannten Frostsalbe hat die württembergische Regierung dem Erfinder, Pfarrer Wahler in Kupferzell, abgekauft und öffentlich bekannt gemacht. Sie lautet, wie folgt: 24 Loth Hammeltalg, 24 Loth Schweineschmalz und 4 Loth Eisenoxyd koche man in einem eisernen Gefäße unter beständigem Umrühren mit einem eisernen Stäbchen so lange, bis das ganze schwarz geworden ist, und setze dann hinzu: 4 Loth venetianischen Terpenthin, 2 Loth Bergamottöl und 2 Loth armenischen Bolus, welcher zuvor mit etwas Baumöl fein abgerieben ist.

Man streicht die Salbe auf Leinwand oder Charpie und belegt damit die kranken Stellen täglich einige Mal, sie ist namentlich bei höchst schmerzhaften offenen Frostgeschwüren von ausgezeichneter Wirkung. (Archiv der Pharmacie Bd. LXXXV S. 233.)

Preisaufgaben des Vereins sächsischer Ingenieure.

Der Verein sächsischer Ingenieure hat in der am 24. August 1856 gehaltenen Versammlung beschlossen, folgende Preisaufgaben unter den nachstehend angegebenen Bedingungen auszuschreiben:

1) Einen Preis von 200 Thlrn. für eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Verfahrungsarten und Apparate, welche zum Imprägniren der Hölzer für Brückenbauten, Eisenbahnen und zu gewerblichen Arbeiten Anwendung gefunden haben, unter Angabe der Anschaffungs- und Betriebskosten, sowie der Resultate, die theils bei dem Verfahren, theils bezüglich der Dauer der Hölzer erzielt worden sind, soweit über Letztere zur Zeit Nachweisungen sich aufstellen lassen. Es wird gewünscht, daß die Apparate durch Zeichnungen verdeutlicht werden, welche alle wichtigeren Theile derselben genau erkennen lassen.