Text-Bild-Ansicht Band 144

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haben; darum sollte es mich freuen, wenn meine neuen Wasserglasanstriche die Prüfung im Großen bestehen und als praktisch durchführbar gefunden werden.

Ich erlaube mir, diesen Notizen noch einige Berichtigungen anzufügen. Sie betreffen eine Abhandlung: „zur technischen Anwendung des Wasserglases von Hrn. Apotheker Leber in Schlitz in Böttger's polytechnischem Notizblatt 1856, Nro. 15. Es heißt daselbst, daß das Wasserglas von dem gewöhnlichen Fensterglas blos dadurch unterschieden sey, daß jenes einen größern Kaligehalt habe als dieses.“ Es ist dieses eine ziemlich verbreitete, aber falsche Ansicht. Das Wasserglas unterscheidet sich bekanntlich von dem gemeinen Glas bloß dadurch, daß in seiner Zusammensetzung der Kalk weggelassen ist. Das gemeine Glas hat sogar durch seinen Kalkgehalt (welcher, wie Fuchs nachgewiesen hat, dessen Unlöslichkeit bedingt), ein Atom Basis mehr zur Kieselerde, und ist deßhalb leichtflüssiger als Wasserglas. Das Letztere ist also keineswegs gemeines Glas plus Kali, sondern es ist gemeines Glas minus Kalk.

Ueber Entschwefelung des Wasserglases sagt ferner Hr. Leber daselbst: „er habe das hepatische Wasserglas kochend und unter beständigem Umrühren mit Bleiweißpulver behandelt, bis neuzugesetztes Bleiweiß nicht mehr geschwärzt wurde, wozu auf 1 Maaß Wasserglasgallerte 4 1/2 Unzen Bleiweiß verbraucht worden seyen.“ – Daß auf solche Weise die Entschwefelung des Wasserglases bewirkt wurde, ist unbezweifelbar; es ist aber auch eben so gewiß, daß neben dem Schwefel wohl ziemlich der ganze Gehalt an Kieselsäure zugleich mitentfernt und ausgeschieden worden ist, wenn Hr. Leber 1 Maaß Wasserglasgallerte mit 9 Loth Bleiweiß kochend behandelt hat. Es wurde neben Schwefelblei auch Bleisilicat gebildet, und die Flüssigkeit war kein Wasserglas mehr, sondern eine bloße Kalilauge.

LXX. Verbesserte Wasserglasanstriche; von H. Creuzburg.

Vorerinnernd sey erwähnt, daß man das Wasserglas nur in Verbindung mit erdigen und metallischen Farbkörpern, und nicht für sich allein verarbeiten darf, wenn man dauerhafte Anstriche erhalten will; daß aber die meisten dieser Körper mit dem Wasserglas mehr oder weniger schnell