Text-Bild-Ansicht Band 144

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  Miscellen.

Siemens' und Halske's neuer magneto-elektrischer Zeiger-Apparat.

Seit lange ist man bemüht, für den Eisenbahnbetrieb einen allen Anforderungen an Einfachheit und leichte Behandlung entsprechenden Zeiger-Telegraphenapparat zu construiren, welcher ohne besondere Geschicklichkeit und Einübung von jedem Bediensteten bedient werden kann. Die Besitzer der berühmten Telegraphenbauanstalt, Herren Siemens und Halske in Berlin, glauben jetzt diese Aufgabe mit ihrem neuen Inductions-Zeigerapparat gelöst zu haben, worüber sie den Eisenbahnverwaltungen folgende Mittheilung zugehen ließen.

Der Apparat besteht aus zwei Theilen: 1) aus dem die Stelle der Batterien vertretenden Magnet-Inductor oder Stromgeber, und 2) aus dem eigentlichen Zeiger. Beide Apparattheile sind in einem hölzernen Kasten eingeschlossen.

Der Inductor besteht aus einem um seine Längeachse drehbaren Eisen-Cylinder, welcher der Länge nach mit einem tiefen rings um ihn herumlaufenden Einschnitte versehen ist. Dieser Einschnitt ist mit übersponnenem Kupferdrahte ausgefüllt. Mit Hülfe einer Kurbel dreht sich der Cylinder zwischen den entgegengesetzten Polen mehrerer kleiner, mit geringem Zwischenraume übereinander geschichteter Stahlmagnete, als deren gemeinschaftlicher Schließungsanker er auftritt.

Bei jeder halben Umdrehung des Eisencylinders wird ein kurzer, aber kräftiger Strom in seinen Drahtwindungen erzeugt, welcher die Leitung durchläuft und alle eingeschalteten Zeichengeber um einen Schritt fortbewegt. Bei der folgenden halben Umdrehung des Cylinders erfolgt ein Strom von gleicher Stärke, aber entgegengesetzter Richtung, welcher die Zeichengeber wieder um einen Schritt fortbewegt u.s.f.

Der Zeiger, auch Indicator oder Zeichengeber genannt, besteht aus einem drehbaren Elektromagneten, dessen Polverlängerungen so zwischen den entgegengesetzten Polen zweier hufeisenförmigen Stahlmagnete placirt sind, daß sie von beiden mit gleicher Kraft angezogen werden. Durchläuft nun ein Strom die Windungen des Elektromagnetes, so wird dieß Gleichgewicht gestört und es erfolgt die Drehung des Eisenkernes des Elektromagnetes je nach der jedesmaligen Richtung des Stromes in einem oder anderem Sinne. Die hierdurch erzeugten Oscillationen des Elektromagnetes werden durch einen mit ihm verbundenen gabelförmig gespaltenen Arm mittelst zweier an denselben befestigter federnder Haken auf die Zähne eines kleinen Rades übertragen, welches hierdurch in Rotation versetzt wird. Die Achse dieses kleinen Rades trägt den Zeiger des Zeichengebers. Die Zifferblätter der Stromgeber und Zeichengeber sind mit den Buchstaben des Alphabets in gleicher Zahl und Reihenfolge beschrieben.

Wird daher die Kurbel bis auf irgend einem Buchstaben gedreht, so müssen alle Zeiger der eingeschalteten Apparate bis auf denselben Buchstaben fortrücken. Der oscillirende Magnet ist mit einem Hammer versehen, welcher an zwei am Kasten befestigte Glocken schlägt, wenn der Wecker durch Eindrücken eines Knopfes eingeschaltet ist und dadurch ein kräftiges Weckerwerk bildet. Die Regulirung der Zeigerstellung geschieht dadurch, daß man den unten am Zeichengeber befindlichen Knopf niederdrückt und die Kurbel bis auf das obere weiße Feld herumdreht.

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1857) rühmlich bekannt, hat uns vorstehenden Aufsatz aus dem Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen, Mai 1857, mitgetheilt. Er bemerkt hinsichtlich der Rasenschwiele noch, daß dieselbe an vielen Orten so massig vorkommt, in Wäldern, daß sie dort gemäht werden kann; ihr Same, – der eine Fälschung des Grassamens im Handel bildet, – kann per Centner zu 5 fl. angekauft werden und zeichnet sich durch seine Kleinheit aus. A. d. Red.