Text-Bild-Ansicht Band 148

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Zum Hochätzen des Zinks bedarf es nichts weiter, als ein mit jener Flüssigkeit beschriebenes, nicht allzudünnes Blech, nach erfolgter Trocknung der Schriftzüge, in höchst verdünnte Salpetersäure (bestehend aus 1 Gewichtstheil Säure von 1,2 spec. Gewicht und 8 Gewichtstheilen Wasser), je nach Bedarf, 1 bis 3 Stunden einzulegen. Das zu den aus sogenanntem amorphem Messing bestehenden Schriftzügen sich elektropositiv verhaltende Zink wird hier nach und nach bis zu einer gewissen Tiefe aufgelöst oder weggeätzt, während die Schriftzüge auf dem Bleche fast in unveränderter Gestalt en relief stehen bleiben. Es würde mich freuen, wenn so behandelte Zinkplatten vielleicht für künstlerische oder sonstige industrielle Zwecke sich geeignet zeigen möchten.

LXXXVI. Ueber eine neue Bereitungsweise von Bleisuperoxyd und Wismuthsuperoxyd; von Prof. Böttger.

Aus dem Jahresbericht des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. für 1856–1857.

Bisher war man bekanntlich der Ansicht, daß bei Behandlung von kohlensaurem Bleioxyd mit einer Auflösung von Chlorkalk in der Wärme, kein von Chlorblei freies Bleisuperoxyd gewonnen werden könne. Wenn man indeß ein frisch bereitetes, noch feuchtes kohlensaures Bleioxyd einigemale hintereinander mit oftmals erneuerter Chlorkalklösung in der Siedhitze behandelt, und zuletzt das auf diese Weise resultirende Superoxyd wiederholt mit heißem Wasser aussüßt, so erhält man dasselbe in der That frei von Chlorblei. Ja, meinen Beobachtungen zufolge, läßt sich selbst reines, frisch gefälltes Chlorblei mit Leichtigkeit bei seiner Behandlung mit Chlorkalklösung in der Siedhitze vollständig zersetzen und in Bleisuperoxyd überführen. Kocht man nämlich frisch gefälltes (durch Zerlegung einer Auflösung von salpetersaurem Bleioxyd mittelst Kochsalzlösung bereitetes) Chlorblei zu wiederholtenmalen mit einer klaren, filtrirten Chlorkalklösung, so sieht man in kurzer Zeit ein körnig krystallinisches Bleisuperoxyd resultiren, das, gehörig mit heißem Wasser ausgesüßt, sich als vollkommen rein erweist. Die Thatsache, daß das Chlor im Chlorblei, dieser sonst so beständigen Chlorverbindung, durch den Sauerstoff der unterchlorigen Säure im Chlorkalk gänzlich ausgetrieben wird, ist besonders in theoretischer Beziehung beachtenswerth, und erscheint gewissermaßen als