Text-Bild-Ansicht Band 151

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LXXVIII. Die Meyer'sche variable Expansion als Locomotivsteuerung; von H. Fuhst.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Im Bulletin de la Société d'Encouragement von 1849 findet sich bereits die Beschreibung einer mit Meyer's Steuerung versehenen Locomotive. Die Bewegung des Vertheilungsschiebers wird dabei durch die Stephenson'sche Coulisse vermittelt, deren Functionen hier nur das Umsteuern und in Ruhe setzen der Maschine sind, weßhalb auch kein anderer als die beiden äußersten und der todte Punkt derselben zur Benutzung kommt. Ohne weiter auf jene Beschreibung einzugehen, wollen wir hier nur bemerken, daß diese Steuerung eine allgemeinere Verbreitung nicht gefunden hat, was wohl hauptsächlich daher gekommen seyn mag, daß man die Expansionsgränzen derselben überhaupt für beschränkt hielt, und dann allerdings, da die Anwendung des zweiten Schiebers die Summe der zu überwindenden Widerstände nicht unbeträchtlich erhöht, große Vortheile von ihr nicht erwarten durfte.

Hr. Professor Zeuner in Zürich hat bereits nachgewiesen, daß die Expansionsgränzen dieser Steuerung in Wirklichkeit gar nicht so beschränkt sind, als man früher glaubte, daß vielmehr ihre Leistung, namentlich in Betreff der variablen Expansion, bei richtiger Bestimmung der einzelnen Dimensionen nichts zu wünschen übrig läßt. Derselbe kommt am Schlusse seiner Entwickelungen (siehe: die Schiebersteuerungen, mit besonderer Berücksichtigung der Steuerungen bei Locomotiven, Freiberg 1858) zu dem Resultate, daß eine im Sinne der von ihm aufgestellten Theorie construirte Meyer'sche Steuerung, bei Bewegung des Hauptschiebers durch eine Stephenson'sche Coulisse, für den Vorwärtsgang der Locomotive jeden Expansionsgrad zuläßt, während die Gränzen der Expansion für den Rückwärtsgang bei 0 und 3/4 des Hubes liegen.

Diese Resultate sind gewiß anerkennenswerth, und denen, die derselbe Autor in dem bereits angezogenen Werke für die ebenfalls mit zwei