Text-Bild-Ansicht Band 153

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Abhandlung über Rauchverbrennungseinrichtungen aber Hr. Dr. August Seyferth in Braunschweig proclamirt.

Der Verein beabsichtigt diese gekrönten Abhandlungen in seinen Mittheilungen zu veröffentlichen.

Dresden, am 27. Juni 1859.

Der Verwaltungsrath des sächsischen Ingenieur-Vereins.
Dr. Julius Hülsse, Professor und Director der königl. polytechn. Schule, als Vorsitzender.
Otto Volkmar Tauberth, Maschinen-Ingenieur und königl. Betriebs-Oberinspector der sächsisch-böhmischen Staatseisenbahn, als Stellvertreter des Vorsitzenden.
Johann Bernhard Schneider, Professor der Maschinenlehre an der königl. polytechn. Schule, als Secretär.
Otto Biedermann Günther, Baumeister, als Stellvertreter des Secretärs. Ernst Bake, Betriebs-Ingenieur der sächsisch-böhmischen Staatseisenbahn, als Vereinscassirer.

Ueber eine neue Erzeugung galvanischer Ströme; von Dr. Quincke.

Der Verfasser hat gefunden, daß, wenn man Wasser durch poröse Körper strömen läßt, ein galvanischer Strom entsteht, der so lange dauert, als die Wasserströmung anhält. Er bediente sich dabei eines Apparates, in welchem zwei mit eingeschlossenen Platindrähten versehene Glasröhren durch irgend welches poröse Diaphragma getrennt werden konnten. Der Apparat ist so eingerichtet, daß die Flüssigkeit, welche die Platinelektroden bespült, durch den Flüssigkeitsstrom nicht verdrängt wird. Die Platindrähte wurden mit einem empfindlichen Multiplikator verbunden, dessen Nadeln, sobald die Flüssigkeitsströmung begann, abgelenkt wurden, und zurückgingen, wenn die Flüssigkeitsströmung aufhörte.

Bis jetzt hat der Verfasser mit porösen Zwischenwänden aus gebranntem Thon, reiner Seide, Bunsen'scher Kohle und pulverförmigem Schwefel experimentirt, und bei allen diesen so verschiedenartigen Körpern die Richtung des elektrischen Stromes umgeändert gefunden. Dieser geht in der Flüssigkeit im Sinne der Flüssigkeitsströmung, so daß sich die später von der Flüssigkeitsströmung getroffene Platinelektrode wie die Platinplatte einer Grove'schen Kette zu der ersten Platinelektrode verhält.

Der Strom im Multiplicator wird unter sonst gleichen Umständen schwächer, wenn man dem Wasser Säuren oder Salzlösungen zusetzt. Vier Tropfen gewöhnliche Salzsäure in 1 Liter Wasser, die durch den Geschmack nicht mehr zu erkennen waren und nur eine äußerst schwache Chlorreaction mit Silberlösung zeigten, verkleinerten die Wirkung am Multiplicator um etwa das 20fache. Bei sehr starkem Säurezusatz war am Multiplicator keine Wirkung mehr zu erkennen. Natürlich zeigt deßhalb auch Brunnenwasser, welches viele Salze aufgelöst enthält, eine geringere Wirkung als destillirtes Wasser.

Beim Aufhören der Flüssigkeitsströmung beobachtet man einen Polarisationsstrom im entgegengesetzten Sinne des primären Stroms.

Ob die elektromotorische Kraft durch den Zusatz von fremden Stoffen zum destillirten Wasser geändert wird, über diese Frage werden weitere Versuche, mit denen der Verfasser zur Zeit beschäftigt ist, entscheiden.

Freie Elektricität hat der Verfasser selbst mit einem sehr empfindlichen Säulenelektroskope nicht nachweisen können, ebenso hat sich gezeigt, daß der beobachtete galvanische Strom auch von Thermoströmen nicht herrührt. (Monatsbericht der kön. preuß. Akademie der Wissenschaften in Berlin, 1858 S. 515.)