Text-Bild-Ansicht Band 153

Bild:
<< vorherige Seite

Bd. CXLVI S. 121) hat den Oberbergingenieur Gruner in Saint-Etienne zu Gegenbemerkungen veranlaßt, welche wir im zweiten Januarheft (Bd. CLI S. 134) mitgetheilt haben. Bezüglich der letzteren erhielten wir von Hrn. Prof. Calvert folgende Zuschrift:

„In Ihrem zweiten Januarheft befinden sich einige Bemerkungen über eine frühere Arbeit von uns, die ich nicht ganz unberücksichtigt lassen mag, da sie leicht zu Irrthum führen können.

Die Zunahme des Kohlenstoffgehalts beim Schmelzen des Eisens erklärt sich einfach dadurch, daß man beim Puddeln von Eisen welches zum Drahtziehen bestimmt ist – was hier der Fall war – genöthigt wird, den mit kohlenstoffreichen Gasen angefüllten Ofen zu schließen, um die Temperatur so hoch wie möglich zu erhalten, wobei das Metall Kohlenstoff aufnimmt.

Jeder der das Aufschäumen und Kochen der geschmolzenen Eisenmasse genau beobachtet hat, wird zu der Meinung gelangen, daß dasselbe nicht von der Bildung von Kohlenoxyd herrühren kann, denn Kohlenoxyd wird erst gegen das Ende des Aufkochens entwickelt.

Ob die Erklärung die ich gegeben habe, die richtige sey oder nicht, mag dahin gestellt bleiben, jedenfalls rührt das Aufkochen von dem von mit angegebenen oder einem noch unbekannten Umstande her, und gewiß nicht von der Bildung von Kohlenoxyd.

Manchester, 6. Juli 1859.

F. Crace Calvert.“

Benutzung des in den galvanischen Säulen zurückbleibenden Zinkvitriols und Behandlung der Zinkblende auf nassem Wege; von Hrn. Keßler.

Wenn man gleiche Aequivalente von Zinkvitriol und Kochsalz mischt, so sind die Krystalle welche sich bei einer Temperatur über 10° C. bilden, ein Doppelsalz von schwefelsaurem Zinkoxyd und schwefelsaurem Natron, aber bei 0° bestehen sie aus reinem schwefelsauren Natron. In jenem Falle kann man die Mutterlauge mit Vortheil zur Darstellung von Zinkoxyd benutzen.

Die Zinkblende gibt nach dem Rösten und Vermengen mit Kochsalz durch ein ähnliches Verfahren schwefelsaures Natron und Chlorzink, mit welchem man Zinkweiß darstellen kann. (Comptes rendus, Juni 1859, Nr. 26.)

Ueber das Lackiren und Bronziren verschiedener Thonwaaren; von J. Fischer, Werkmeister in der Steingutfabrik zu Totis.

Viele Gattungen der Thonwaaren, insbesondere Luxusgegenstände oder auch solche, die nie oder doch selten der Wärme ausgesetzt sind, werden jetzt häufig, anstatt des kostspieligen und mühevollen Verfahrens des Glasirens, mit einem aus Harz gefertigten, wenn auch nicht dauerhaften, doch schönen Lackfirniß überzogen oder auch bronzirt. Durch dieses Verfahren erreicht man eine Auswahl von Nüancen die dem Auge des Käufers schmeicheln, und dadurch und durch sehr wohlfeile Preise hat dieser Industriezweig einen bedeutenden Aufschwung genommen.

Die Erzeugung dieser Geschirre ist an und für sich sehr einfach, indem hiebei das bei anderen Thonwaaren so unumgänglich nothwendige Glattbrennen wegfällt und der Erzeuger dadurch eine beträchtliche Summe an Holz und Arbeitslohn erspart. Der Thon wird fein geschlämmt in reinen und scharfen Gypsformen verarbeitet, dann die erhaltenen Waaren getrocknet und in einem gewöhnlichen Töpferofen gebrannt. Nach dem Abkühlen werden dann die Geschirre ausgenommen und den Arbeitern zum Lackiren übergeben. Das Lackiren zerfallt in zwei Abtheilungen, nämlich die Erzeugung des Lacks und das Auftragen desselben auf die Geschirre. Je nachdem man mehr oder weniger glänzenden und dauerhaften Lack haben will, wendet man entweder Bernstein oder Copal zur Anfertigung desselben an.