Text-Bild-Ansicht Band 158

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gießt man das Silberbad aus und bringt die Schale, im Fall die vorherige Operation im Dunkelzimmer vorgenommen wurde, einige Secunden ans Tageslicht. Hierauf füllt man sie rasch mit etwas verdünnter Eisenvitriollösung an. Dieselbe braucht nicht gesäuert zu seyn, doch ist, wie weiter unten gezeigt wird, der Zusatz einiger Tropfen Salpetersäure empfehlenswerth. Die Reduction erfolgt augenblicklich und so vollständig, daß die innere concave Seite der Schale mit einer ziemlich dicken Schicht metallischen Silbers in feinzertheiltem Zustand bedeckt wird. Dieselbe läßt sich nöthigenfalls durch nochmaliges abwechselndes Aufgießen von Silberlösung und Eisenlösung verstärken. Zuletzt wird die Schale gut mit reinem Wasser abgewaschen und an einem warmen Ort getrocknet. Das reducirte Silber muß nun noch Glanz bekommen, was man durch vorsichtiges Poliren mit einer sehr weichen Substanz, z.B. reine Baumwolle, erreicht, die man in kreisförmiger Bewegung darauf herumführt, bis der Glanz genügend ist.

Wegen der Weichheit des Collodiumhäutchens oder vielmehr wegen der zarten, krystallinischen Ablagerung des Silbers, kann der Glanz natürlich nicht mit demjenigen des compacten polirten Silbers wetteifern, doch ist er genügend, um z.B. Verbrennungsversuche mit einem nicht zu kleinen Hohlspiegel anzustellen. Man kann zum Schutz der Politur das Innere des Spiegels zuletzt noch mit einem durchsichtigen Firniß überziehen.

Je mehr organische Stoffe dieser Silberniederschlag enthält, desto dunkler von Farbe erscheint er. Beobachtet man die Vorsicht, die präparirte Schale vor der Entwickelung dem Lichte des Tages nur wenige Augenblicke auszusetzen, das Silberbad und die Eisenlösung mit Salpetersäure anzusäuren, so erhält man den Silberspiegel nach der Politur von schöner weißer Farbe.

LXX. Wood's leichtflüssiges Metall.

Aus Silliman's american Journal of Science and Arts, September 1860, S. 271.

Dr. B. Wood in Nashville, Tenn., ließ sich für die Vereinigten Staaten eine Legirung patentiren, welche aus Cadmium, Zinn, Blei und Wismuth besteht, und bei einer Temperatur zwischen 65 und 71° Cels. schmilzt. Das Verhältniß der Bestandtheile dieser Legirung