Text-Bild-Ansicht Band 159

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Der Stein D, an Gewicht 0,1678 Grm., wurde durch Erhitzen blaß lila, durch kurzes und schwaches Glühen grau, und wog jetzt 0,1676 Grm. Ferneres kurzes Rothglühen entfärbte ihn gänzlich ohne Gewichtsänderung.

Der Stein E endlich, 0,0828 Grm. schwer, verhielt sich in der Rothgluth wie der vorige. Halbstündige Weißgluth machte ihn ohne Spur von Schmelzung undurchsichtig weiß und so mürbe, daß er unter einer Reibkeule von Achat sofort zu Pulver zerfiel. Von diesem Pulver wurden, nachdem es möglichst fein zerrieben worden, 0,0725 Grm. mit 0,9 Kubikcentim. rauchender Flußsäure übergossen. Nach 20stündiger Einwirkung ließ die Säure, langsam verdunstet, nur 0,0007 Grm. zurück.

Aus der Gesammtheit dieser Versuche ergibt sich, daß der Pariser Edelstein ein rissiger und innerhalb der Risse mit einem rothen sehr ausgiebigen organischen Farbstoff, wahrscheinlich Carmin, getränkter Bergkrystall oder Quarz ist.

Der Preis eines Steines, so groß wie B oder C, beträgt 12 Francs. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1861, Nr. 1.)

Verfahren zur Bestimmung der Phosphorsäure, von E. Davy.

Trotz der übereinstimmenden Angaben der Chemiker, daß das aus einer essigsauren Lösung gefällte phosphorsaure Eisenoxyd wechselnde Mengen Phosphorsäure und Eisenoxyd enthalte, hat doch E. Davy darauf eine Titrirmethode gegründet, indem er behauptet, daß der Niederschlag constant aus Fe₂ O₃, PO₅ zusammengesetzt sey, wenn man nur so verfahre, wie er vorschreibt. (Philosophical Magazine, März 1860, S. 181.)

Seine titrirte Eisenlösung bereitet er aus feinstem Clavierdraht durch Lösen in Salzsäure und Salpetersäure, schwaches Uebersättigen mit Ammoniak und Wiederauflösen des entstandenen Niederschlags in Essigsäure. Diese Lösung hält sich nach der Aussage des Verf. sehr lange Zeit und ist zum Ausfällen der Phosphorsäure sehr geeignet. Die Flüssigkeit, welche die Phosphorsäure – es sey vorausgesetzt in salzsaurer Lösung – enthält, wird mit Ammoniak gefällt (wenn Kalk etc. da sind) und der Niederschlag in Essigsäure wieder gelöst. Dann setzt man zu dieser Lösung die vorher erwähnte Eisenlösung bis zur Ausfällung des Phosphats. Das Merkmal für die vollendete Operation ist eine Probe auf Gallussäure, mit deren Lösung man ein Papier tränkt und wieder trocknet; über dieses wird ein Stück Filtrirpapier gelegt und auf dieses ein Tropfen der zu prüfenden Lösung gegeben, welcher hindurchfiltrirt, das Eisenphosphat oben läßt und dann in das Galluspapier eindringt. Hier macht er einen purpurblauen Flecken, wenn überschüssiges Eisensalz vorhanden ist. (Journal für praktische Chemie.)

Stereochromischer Anstrich von Krankensälen; von Artmann.

Man verfährt hierbei folgendermaßen: Auf den gewöhnlichen ersten groben Anwurf, der nur oberflächlich geebnet wird, kommt statt des gebräuchlichen feinen Verputzes ein solcher, der aus einer Mischung von 2 Theilen fein gesiebtem Sand und 1 Theil an der Luft zerfallenem Kalk mit einer Lösung von Doppelwasserglas (Natron-Kali-Wasserglas) angemacht wird. Von der Wasserglaslösung (von 10° Baumé) wird so viel genommen, als hinreicht, um das obige Gemenge in einen steifen Brei zu verwandeln, welcher möglichst bald aufgetragen und so glatt als möglich verrieben werden muß. Es ist wohl unnöthig zu erwähnen, daß dieser hydraulische Verputz auch mittelst Cement in der bekannten Weise hergestellt werden kann; nur müßte der Cement sehr gut seyn und es dürften auf 1 Theil Cement höchstens 2 Theile feiner Sand kommen. Ist der hydraulische Verputz hinreichend trocken, so werden die Wände gut geweißt und nach erfolgter Austrocknung zweimal mit einer Lösung von Doppelwasserglas (von 15° Baumé) in einem Zwischenraum von 24 Stunden überstrichen. Kann man billig Marmorstaub oder Dolomit bekommen, so ist es gut, die Hälfte des Kalkes bei der Zusammensetzung für den feinen Verputz durch diesen zu ersetzen. Sollten die Wände einzelner Localitäten gemalt werden, so müßten die Farben, von denen einzelne, wie: Berlinerblau, Chromgelb, Schweinfurter