Text-Bild-Ansicht Band 159

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Baryt im Feldspath.

Alexander Mitscherlich hat im Feldspath von Hohenfels in der Eifel 1,37 Proc., in dem von Rieden 2,33 Proc., in dem von Kempenich 0,79, in dem von Rockesckill 1,37 Proc., und im Adular vom Gotthardt 0,45 Proc. Baryterde gefunden. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXI S. 113.)

Aufschluß der wichtigsten durch Säuren noch nicht aufgeschlossenen Mineralien; von A. Mitscherlich.

Folgende Mineralien habe ich theils vollständig, theils unter Zurücklassung eines kleinen Restes zerlegt, indem ich sie sein geschlämmt mit 6 Gewichtstheilen Schwefelsäure und 2 Gewichtstheilen Wasser in eine Glasröhre einschloß und sie zwei Stunden lang einer Temperatur von ungefähr 210° C. aussetzte: Spinell (rother von Ceylon), Chromeisenstein, Hercinit (von Ronsberg), Ceylonit (von Annily), Kreittonit (von Bodenmais), Automolit (von Fahlun), Tantalit, Titaneisen, Diopsit (aus Schweden), Asbest, thonerdehaltiger Augit, Spodumen, thonerdehaltige Hornblende, Pyrop (von Meronitz in Böhmen), Talk, Chlorit, Beryll, Oligoklas (von Ytterby in Schweden), Petalit und Cordierit.

Alle die Mineralien, welche unter den angeführten Kieselsäure enthielten, zersetzten sich, wenn man sie mit der Mischung kurze Zeit in einem offenen Gefäß erhitzte, theilweise. Goß man zu der Schwefelsäure Flußsäure, so lösten sie sich in höchstens 3 Minuten. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXI S. 117.)

Ueber die Ausziehung der löslichen Kieselsäure mittelst kohlensauren Natrons.

Alexander Müller empfiehlt die Anwendung einer Salmiaklösung, um zu prüfen, ob die Extraction der Kieselsäure aus unlöslichen Gemengen durch kohlensaures Natron beendet sey. So lange das Filtrat noch Kieselsäure enthält, entsteht eine Trübung beim Zusatz von Salmiaklösung. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXX S. 118.)

Ueber Rousseau's neues Verfahren der Rübenzuckerfabrication; von C. Barreswil.

Ueber das (vorstehend S. 454 mitgetheilte) Verfahren von Rousseau werden gegenwärtig Versuche angestellt, welche ergeben werden was man davon zu erwarten hat. Ich will mir hiemit nur eine kritische Bemerkung erlauben. Wenn ich den Erfinder recht verstanden habe, schreibt er dem Eisenoxyd die Eigenschaft zu, dem Wasser den schwefelsauren Kalk zu entziehen, welchen dasselbe aufgelöst enthält. Ich habe bezüglich dieser Behauptung Versuche angestellt, und das angegebene Resultat nicht erhalten. Das Eisenoxydhydrat, welches sowohl in der Kälte, als in der Wärme, mit Wasser geschüttelt wurde, worin schwefelsaurer Kalk aufgelöst war, fällte dieses Kalksalz nicht, wenigstens wenn ich mein Eisenoxyd mittelst Eisenchlorid und Ammoniak bereitet hatte. Einmal erhielt ich allerdings ein Resultat, welches mit Rousseau's Angabe übereinstimmte; alsdann hatte ich aber als Fällungsmittel des Eisens das kohlensaure Natron angewandt, welches von dem gefällten Eisenoxyd hartnäckig zurückgehalten wird. Ich glaube, daß sich durch die Gegenwart einer solchen Verunreinigung das Resultat meines negativen Versuches erklären läßt.87)

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In den Zuckersäften könnte jedoch der Hergang scheinbar ein anderer seyn. Es ist nämlich möglich, daß bei der Scheidung mittelst Gyps ein Theil der Schwefelsäure frei gemacht wird, und daß diesen das Eisenoxyd später absorbirt, um ein basisches Salz zu bilden.

Barreswil.