Text-Bild-Ansicht Band 160

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da sich wohl nur damit bekannte Personen mit der Anfertigung solcher Platten befassen werden. Da die nichtdruckenden Theile in der Gutta-percha-Form stark vor-, die druckenden Theile aber zurückspringen, letztere also, auf die es doch gerade am meisten ankommt, im galvanoplastischen Apparate sich am langsamsten mit Kupfer bekleiden, so ist es zum leichteren Gelingen wichtig, die größeren Vertiefungen des Modells von dem Holzschneider oder Graveur nicht tiefer arbeiten zu lassen, als gerade nothwendig, höchstens 1/4 Zoll, auch die Seitenwände der Vertiefungen nicht zu steil, sondern schräg ansteigend zu machen. Ist die galvanoplastische Form, etwa einen Messerrücken stark, fertig, so muß ihr eine hinreichend starke und dicke Unterlage gegeben werden, worin, wegen der Schwierigkeit, ein geeignetes Material zu finden, vielleicht die schwächste Seite der Sache liegt. Das geeignetste Material dürfte Schriftmetall (Blei und Antimon) seyn, doch dürfte sich ein größerer Zusatz des Antimons als beim Schriftmetall eignen, damit es im erwärmten Zustande dem starken Drucke der Presse widerstehe. Nachdem die Hinterseite der galvanoplastischen Form stark verzinnt und mit einem geeigneten Rande umgeben worden, gießt man das geschmolzene Metall in der erforderlichen Dicke darauf.

LXXXVI. Bessemer's Stahlbereitung; von Prof. Alexander Müller.

Aus dem Journal für praktische Chemie, 1861, Bd. LXXXII S. 496.

Die herrliche Idee Bessemer's, das Roheisen durch wohl abgemessene Entkohlung unmittelbar in Gußstahl zu verwandeln, statt diesen, wie bisher, durch mühsames Schmelzen der äußerst schwierig zu sortirenden Stücke von Cementstahl zu bereiten, der seinerseits durch die kostspielige und unsichere Methode des Glühens mit Kohle aus Stabeisen gewonnen ward, welches letztere, seinen chemischen Eigenschaften nach, als das natürliche Endproduct aller Eisenindustrie, doch noch allgemein den Ausgangspunkt für alle Eisenwaaren von niedrigerem Kohlengehalt als dem des Roheisens, trotz seiner höchst umständlichen Herstellung, bildet – diese herrliche Idee ist nun endlich in das Stadium der Verwirklichung gelangt, daß ihre industrielle Ausführbarkeit nicht mehr bezweifelt wird. Die ersten größeren Versuche sind zwar bereits vor fünf Jahren in England