Text-Bild-Ansicht Band 160

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Wir theilen obige Vorschrift mit, obschon wir zu gestehen haben, daß dieselbe uns wenig Vertrauen erwecke. Es scheint uns die Anwendung auch geringer Mengen Alkali bedenklich als wahrscheinlich den Farbstoff verändernd, die Unsicherheit in der Quantitätsangabe vermehrt diese Bedenken, und zweifelhaft scheint uns die Angabe, daß die Lösung durch Schwefelsäurezusatz gefällt werde, da der Farbstoff des Rothholzes in Wasser, ja auch in gesäuertem Wasser, sehr bedeutend löslich ist. Dr. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1861, Bd. VI S. 64.)

Preise der neuen Farbstoffe in Paris.

Anilin 17 1/2 – 20 Francs per Zollpfund.
Reines Benzin 2 – 2 1/2 „
Gewöhnliches Benzin 3/4 „
Nitrobenzin 6 – 6 1/2 „
Violett aus dem Anilin, sogen. Anilein
(Harmalin oder Indisin)

37 1/2 –

45 „


Roth aus dem Anilin, Fuchsin, Azalein 30 „
Dasselbe flüssig 7 1/2 „
Ordinärer französischer Purpur 40 „
Feiner „ „ 60 „
Murexid in Pulver 22 1/2 „
„ in Krystallen 35 „

(Kunst- und Gewerbeblatt für Bayern, 1861 S. 256.)

Neues Verfahren bei der Lederbereitung, von William Clark.

Nach dem Verfahren, welches dem Vorgenannten am 19. März 1860 als Mittheilung in England patentirt wurde, werden die rohen Häute zunächst in gewöhnlicher Art vorbereitet, nämlich in Kalk gelegt, enthaart und gut gereinigt. Man legt sie sodann in eine Lösung von zweifach-chromsaurem Kali, setzt sie mit derselben in Bewegung und läßt diese Lösung je nach ihrer Dicke 6 bis 12 Stunden lang auf sie einwirken. Nachher wäscht man sie vollständig in fließendem Wasser, so daß alle fremdartigen Theile entfernt werden. Bei dieser Behandlung soll die fettige Substanz in den Häuten eine Veränderung erleiden (?) und in Folge dessen die Substanz derselben eine größere Verwandtschaft zur Gerbsäure haben, so daß die Gerbung in viel kürzerer Zeit erfolgt, als ohne diese Behandlung und außerdem auch ein besseres Leder erzeugt wird. Es ist sowohl für dickes als für dünnes Leder anwendbar und befördert die Weichheit und Elasticität des Products. Kalbfelle, welche nach dem gewöhnlichen Verfahren zwei bis drei Monate zur Gerbung nöthig haben, sollen nach dieser Vorbereitung in 8 bis 10 Tagen gegerbt werden können, und bei dicken Häuten, welche nach der gewöhnlichen Art fünf oder sechs Monate, ja bis zu zwei Jahren erfordern, soll die Gerbung beziehentlich in zwei, drei oder sechs Wochen und in drei bis fünf Monaten beendet werden können. (Repertory of Patente-Inventions, December 1860, S. 491; polytechnisches Centralblatt, 1861 S. 220.)

Ueber die Verbesserung des Gesundheitszustandes städtischer Bevölkerung.

Bei einer in England im Jahre 1858 zur Beförderung der socialen Wissenschaften abgehaltenen Versammlung (Social Sciences Meeting) wurde in der Section für Sanitätsangelegenheiten von Hrn. Marshall aus Ely eine Abhandlung gelesen über