Text-Bild-Ansicht Band 162

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weiße Eisen ist stets das Product eines halben Gaarganges, hat nie blätterige, sondern strahlige, blumige oder gar luckige Bruchflächen.

Das Spiegeleisen kommt in der Regel bei solchen Schmelzwerken zum Vorschein, wo kalkhaltige, besonders weiße Spatheisensteine Verblasen werden. Die Spiegelbildung kann durch Zusatz von Kalk, Eisenoxydul, als Frischschlacke und Magneteisenstein, dann vorzüglich durch Braunstein befördert werden. Das Spiegeleisen ist jedoch immer leichter bei kalter, als bei heißer Gebläseluft zu erzeugen; der heiße Wind neigt mehr zum Graugange hin.

Ich wollte keine vollständige Abhandlung über Hartwalzen-Erzeugung schreiben, sondern bloß meine dießfälligen Erfahrungen, weil ich glaube, daß sie neu und noch unbekannt sind, aufzeichnen, damit andere Hüttenmänner darin eine Belehrung finden mögen; auch hoffe ich, daß diese Darstellung so gründlich abgefaßt ist, daß hiernach Jeder, wenn er auch den Zweck das erstemal nicht erreicht, bei reifer Ueberlegung das Ziel am Ende doch nicht verfehlen wird.

VIII. Louis Walkhoff's patentirter selbstthätiger Glühofen zum Wiederbeleben der Knochenkohle in Zuckerfabriken.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die Glühöfen zum Wiederbeleben der Knochenkohle in den Rübenzuckerfabriken bestehen größtentheils aus gußeisernen Röhren (von runder, ovaler oder flachgedrückter Form), die in senkrechter oder mehr oder weniger liegender Stellung der Flamme und der heißen Feuerluft ausgesetzt werden, damit die darin befindliche Knochenkohle durch Einwirkung der Glühhitze und Verkohlung der in ihren Poren aus den Zuckerlösungen aufgenommenen organischen Verbindungen, welche durch den Gährproceß nicht vollständig zerstört wurden, wieder fähig, ähnliche Stoffe zu absorbiren, d.h. „wiederbelebt“ werde. Diese Röhren sind unten mit einer Klappe oder einem Schieber versehen, welchen der Arbeiter zu bestimmten, ihm fixirten Zeiten zu öffnen hat, um einen gewissen Theil Knochenkohle „abzuziehen.“ Dieses „Abziehen“ von gewöhnlich 10 Pfd. Kohle geschieht alle 15 bis 30 Minuten, je nach der Menge Kohle, deren der Fabrikant benöthigt ist und welche der vorhandene Glühapparat liefern muß.