Text-Bild-Ansicht Band 164

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Schwefelsäure sich in Dextrin und Krümmelzucker unter Wasseraufnahme spalte, genau so wie die Fette, welche mit derselben Säure eine Fettsäure und Glycerin unter Wasseraufnahme liefern.

Uebrigens zersetzen sich alle übrigen Glykoside in ähnlicher Weise: unter dem Einfluß der Schwefelsäure, oder des Kalis, oder einer stickstoffhaltigen Substanz, erhält man stets Krümmelzucker unter Wasseraufnahme und einen anderen Körper. Das Salicin gibt Krümmelzucker und Saligenin; das Phloridzin gibt Krümmelzucker und Phloretin; das Tannin gibt Krümmelzucker und Gallussäure etc.

XLI. Das Färben von arabischem Gummi zur Fabrication künstlicher Blumen; von Gustav Merz.

Seit kurzer Zeit verwendet man in der Fabrication künstlicher Blumen durchsichtig grüne, glänzende Körner von arabischem Gummi, mit welchen sich, indem man sie auf grün gefärbte Borsten aufklebt, Zweige und Blätter von einem krystallartigen, höchst gefälligen Aeußeren herstellen lassen. Die Versuche des Verfassers, dieses zuerst in Paris fabricirte, gefärbte Gummi darzustellen, haben nun Producte ergeben, welche nicht nur in dem Farbenfeuer, sondern auch an Durchsichtigkeit und Glanz dem besten Pariser Fabricat gleichstehen. In Folgendem erlaubt er sich, sein Verfahren mitzutheilen:

Zuerst stellt man sich durch trockenes Stoßen von weißem oder gelblichem Senegalgummi (für schlechtere Sorten wohl auch Capgummi) und durch sorgfältiges Sieben des gröblichen Pulvers die Gummisplitter in der erforderlichen Größe dar. Man sieht, daß es sich nur um ein Anfärben des Gummi handelt; aber eben dieß erfordert die Anwendung eines besonderen Kunstgriffes, auf welchen man jedoch durch folgende Betrachtung leicht verfällt. Die nach dem Stoßen und Sieben stark glänzenden Gummisplitter verlieren durch die geringste Berührung mit Wasser oder wässerigen Lösungen ihren Oberflächenglanz; kommt hierzu noch die Ablagerung eines undurchsichtigen Farbstoffes auf der Oberfläche, so verschwindet auch die Durchsichtigkeit des Gummi, und das Präparat ist unbrauchbar. Hiernach ist die Anwendung eurer Deckfarbe, wenigstens zum Anfärben, ausgeschlossen, und als ebenso unbrauchbar stellen sich