Text-Bild-Ansicht Band 164

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der bei der Arbeit entstehenden Abfälle an Steinstückchen und Staub dient ein kleiner Blasebalg x', welcher mit dem Meißelhalter k verbunden ist und an der Bewegung desselben Theil nimmt.

LXX. Mehlsiebzeug (Sauberer); beschrieben vom Maschinentechniker Hermann Fischer.

Aus den Mittheilungen des hannoverschen Gewerbevereins, 1862 S. 33.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

So außerordentlich der Mühlenbau auch bereits fortgeschritten ist, so muß doch zugegeben werden, daß hier dem Erfindungstalente noch ein weites Feld offen steht. Mehr und mehr wird dieses gebaut, mehr und mehr verliert die sprüchwörtlich gewordene Pfuscherei der „Mühlenärzte“ an Boden.

Einer der schwächsten Punkte ist die bisherige Methode des Beuteins oder des Mehlabsonderns. Dasselbe geschieht, nachdem den alten Beutelzeugen der Laufpaß gegeben worden ist, in sogenannten Cylindern, deren Wirkungsweise eine keineswegs vortheilhafte ist. Angenommen, das zu sortirende Schrot befinde sich auf der unteren Fläche des sechseckigen Cylinders. Letzterer dreht sich und die genannte Fläche nimmt eine mehr und mehr gegen den Horizont geneigte Lage an, bis endlich (sehr häufig mit Hülfe einer von außen hervorgebrachten Erschütterung des Cylinders) die gesammte Masse des Schrotes kollernd auf die jetzt unten befindliche Cylinderfläche fällt. Es liegt auf der Hand, daß die Mehltheilchen mit sehr verschiedener Energie gegen die Seidengaze gedrückt werden; es ist natürlich, daß in Folge dessen nie ein gleichförmiges Mehl gewonnen werden kann.

Andere Nachtheile des Cylinders, als dessen kostspielige Herstellung, der große Raum, den er zu seiner Aufstellung bedarf und die Schwierigkeiten, welche auftreten, so oft man statt des gerade im Gebrauch befindlichen Cylinders, an dessen Stelle einen mit feinerem oder gröberem Ueberzug verwenden will, kennt jeder Müller.

Der Ersatz des Cylinderzeuges durch einen zweckmäßigeren Apparat ist daher nicht allein wünschenswerth, sondern auch nothwendig.

Vor einiger Zeit haben die Herren Lucas und Reinsch in Dresden einen Mehlsauberer construirt, welcher die oben genannten Mängel gar nicht oder doch in geringerem Maaße hat.