Text-Bild-Ansicht Band 164

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Behandlung von inkrustirenden Materien und überhaupt von allen fremdartigen Stoffen gänzlich befreit. Man wäscht ihn mit Wasser, bleicht ihn mit Chlorkalklösung und unterwirft ihn in gewöhnlicher Manier der Papierfabrication. Die Reinigung der Holzfaser durch Salpetersäure erfolgt nur langsam, geht aber schneller von statten, wenn man Wärme dabei anwendet. (Aus dem Technologiste, Februar 1862, S. 247; durch polytechnisches Centralblatt, 1862 S. 622.)

Verwendung von phosphorsaurem Kalke zur Papierfabrication, nach Richardson.

Man hat bereits mancherlei Zusätze zum Papiere vorgeschlagen, um dasselbe weißer oder fester zu machen oder sein Gewicht zu vermehren. Richardson bringt zu diesem Zwecke phosphorsauren Kalk entweder für sich allein oder mit schwefligsaurem Kalke, welcher als Antichlor wirken soll, vermischt in Vorschlag. Man löst phosphorsauren Kalk in schwefliger Säure und verdampft entweder die Flüssigkeit oder schlägt durch Erhitzen oder durch Zusatz von Kalkmilch oder von kohlensaurem Alkali den phosphorsauren Kalk daraus nieder, welchen man auf diese Art als ein höchst feines weißes Pulver erhält. Dieses Pulver wird von der Flüssigkeit abgesondert, getrocknet und dem Papierzeuge beigemischt, wodurch das Papier ein schönes perlartiges Ansehen erhält. Wenn die Operation in der Papierfabrik selbst ausgeführt wird, braucht man den phosphorsauren Kalk nicht vorher abzusondern und zu trocknen. Als Rohmaterial, welches man in der schwefligen Säure auflöst, kann man Knochen anwenden, wobei sich nach Richardson auch ein Theil des Knorpels auflöst. Die Lösung gießt man nach beendetem Auswaschen der Lumpenmasse in den Halbzeug-Holländer und setzt, nachdem das Material zu Halbzeug zertheilt ist, die zum Niederschlagen des phosphorsauren Kalks erforderliche Substanz hinzu. Das Papier muß in diesem Falle an der Luft getrocknet werden, weil die Trockencylinder den Leim verderben würden. Man kann auch beim Leimen des fertigen Papiers dem dazu anzuwendenden, auf 35 bis 400° C. erwärmten Leimwasser phosphorsauren Kalk hinzufügen. Zusatz von Alaun ist in diesem Falle überflüssig und die schweflige Säure wirkt darauf hin, den Leim zu conserviren.

Das so behandelte Papier besitzt eine glatte elfenbeinartige Oberfläche, und ist viel weißer als das gewöhnliche Papier, während seine Festigkeit keine Verringerung erlitten hat. (Aus dem Technologiste, Januar 1862, S. 190; durch das polytechnische Centralblatt, 1862 S. 558.)

Darstellung eines in Wasser vollkommen löslichen Fuchsinpräparats, nach F. Geigy und U. Häusler in Basel.

1 Gewichtstheil Anilin wird mit 0,8 Gewichtstheilen salpetersaurem Quecksilberoxyd in einem gläsernen Gefäße zwei Stunden lang unter zeitweiligem Umrühren gekocht, und die noch heiße tief roth gefärbte Flüssigkeit, nachdem man das ausgeschiedene metallische Quecksilber entfernt hat, mit 15 Gewichtstheilen zuvor fein gepulvertem Alaun vermischt und gut verrührt. Die erstarrte, in Wasser vollkommen lösliche, braunroth gefärbte Masse kann ohne eine weitere Beimischung zum Färben von Seide, Schaf- und Baumwolle benutzt, und hierdurch die brillantesten Farbentöne vom hellsten Rosa bis zum tiefsten Purpur erzeugt werden. (Stamm's illustrirte Zeitschrift, 1862, Nr. 3.)

Sogenanntes Scharlachwasser (Eau écarlate).

In einer der letzten Zusammenkünfte des Gewerbevereins zu Hannover wurde auf obiges Wasser – welches vom Fabrikanten unter pomphafter Anpreisung zur Beseitigung