Text-Bild-Ansicht Band 169

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XXXVII. Ueber den Grund, warum die Hahnen an Wasser- und Dampfleitungsröhren, an Dampfkesseln etc. so häufig undicht sind, und einfaches, fast kostenloses Mittel, diesem Uebelstande abzuhelfen; von Prof. C. Walther.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Fast in jeder Fabrik, in welcher Wasser- oder Dampfleitungsröhren, Dampfkessel und Pumpen etc. vorkommen, begegnet man Hahnen, welche undicht sind und tropfen, und es ist eine ganz gewöhnliche Klage der Fabrikeigenthümer, wenn dieselben sich nicht schon in ihr Schicksal ergeben haben und tropfende Hahnen als einen unvermeidlichen Uebelstand betrachten, daß sie keine Hahnen aufzutreiben im Stande sind, welche dicht halten. Selbst bei neuen Dampfkesseln, wenn dieselben einem hohen Druck unterworfen werden, sind die Ablaßhahnen, Probirhahnen etc. das erste, was undicht ist. An diesem Undichtseyn ist viel seltener der Arbeiter, das heißt die mangelhafte Ausführung Schuld, als die gedankenlose Gleichgültigkeit, mit welcher die Hahnen entworfen und gezeichnet werden. Die Werkstattzeichnungen werden nach dem alten Schlendrian ausgeführt, und es wird nicht der Mühe werth gehalten, über ein so einfaches Ding, als ein Hahn ist, nachzudenken und zu überlegen, welche Folgen dieß oder jenes haben wird, während man sich doch täglich durch das Undichtseyn überzeugen muß, daß die Hahnen nicht fehlerfrei und noch lange nicht unverbesserlich sind. Der Fehler wird dann auf Gerathewohl dem Arbeiter wegen seiner mangelhaften Ausführung des Hahnen zugeschrieben, ohne zu bedenken, daß er auch irgendwo anders, und gerade bei demjenigen liegen kann, welcher sich und seine Hahnenzeichnung für unfehlbar hält.

Die Hahnen, wie sie nicht nur von Gelbgießern, sondern auch von Maschinen- und anderen Fabrikanten, denen man mehr Intelligenz zutrauen sollte, gewöhnlich geliefert werden, haben die in Fig. 11 dargestellte Form. Es ist nicht nur die Hahnenhülse durchaus conisch ausgedreht oder ausgerieben, sondern es ist auch der Hahnenkern oder Zapfen