Text-Bild-Ansicht Band 169

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Länge, ist im Stande, 80 Bushels (etwa 60 Schäffel) Weizen in der Stunde zu enthülsen. Man hat gegenwärtig davon nur eine im Gebrauch, ist aber im Begriff, eine zweite aufzustellen. (Wochenblatt zu den preußischen Annalen der Landwirthschaft, 1863, Nr. 31.)

Gautron's Anwendung der Centrifugalmaschine zur Kartoffelstärke-Fabrication.

Gautron in Paris benutzt die Centrifugalmaschine (mit den verbesserten, in diesem Heft S. 255 beschriebenen Lagern) in folgender Weise zur Kartoffelstärke-Fabrication: Das Stärkmehl wird, nachdem es mit viel Wasser gewaschen worden ist, in einen Sack aus Hirschleder (am besten Damhirschleder, nöthigenfalls auch Schafleder) gebracht, welcher den Fassungsraum der Trommel ausfüllt. Bei der Umdrehung derselben fließt das Wasser durch das Leder aus und die Stärke bleibt zurück, und zwar unter dem Einfluß der Centrifugalkraft in einer Form, welche deren Reinigung von fremden Beimischungen sehr leicht macht: die schwereren Körper nämlich, wie Sand etc. werden nach außen, die leichteren wie Staub etc. nach innen abgesetzt und können daher durch Abkratzen der Stärkeschicht leicht entfernt werden. (Bulletin de la Société d'Encouragement, April 1863, S. 197.)

Ueber verkupfertes Eisen, von F. Storer.

Die vermehrte Benutzung des Eisens in der Schiffsbaukunst gibt den Vorschlägen von Mitteln gegen die Zerstörung jenes Metalls durch das Meerwasser eine große Wichtigkeit. Eine neue Methode, das Eisen vor der raschen Auflösung zu schützen, besteht darin, dasselbe mittelst einer Säure vollkommen blank zu ätzen und dann in geschmolzenes und auf einer sehr hohen Temperatur erhaltenes Kupfer zu tauchen, so daß das letztere sich nicht bloß über das Eisen legt, sondern sich anlöthet, dem Eisen incorporirt. Das so verkupferte Eisen verträgt das Abreiben, Hämmern, Ausstrecken, ohne daß der Kupferüberzug abgeblättert oder zerrissen wird; dasselbe zeigte sich nach mehr als neunmonatlicher Berührung mit Seewasser unangegriffen und ließ sich wie neues Metall hämmern und strecken. Vor reinen Kupferplatten haben die verkupferten Eisenplatten den Vorzug einer größeren Härte und Widerstandsfähigkeit neben dem geringeren Preis.

Die Anwendung von verkupfertem Eisen anstatt des verzinkten zu Telegraphendrähten verspricht gleichfalls große Vortheile. (Répertoire de Chimie appliquée, März 1863, S. 99; polytechnisches Centralblatt, 1863 S. 969.)

Ueber vortheilhafte Benutzung des Thonerdenatrons zur Erzeugung von Lackfarben.

Paul Morin empfiehlt das Thonerdenatron zur Erzeugung von Lackfarben. Zu diesem Behufe fügt man die Farbstoffauflösung der Lösung des Thonerdenatrons hinzu und schlägt die Mischung durch Schwefelsäure nieder. Man erhält auf diese Art im Allgemeinen Lacke von reicherer Farbe als mit Alaun, namentlich mit Gelbholz, welches einen in Orange ziehenden, und mit Brasilienholz, welches einen in Violett ziehenden Lack liefert. Man kann übrigens den Ton der Lackfarben nach Belieben ändern, indem man den Säurezusatz so einrichtet, daß die Flüssigkeit entweder alkalisch bleibt, oder neutral oder sauer wird. Der Umstand, daß Zinnsalz und Thonerdenatron sich gegenseitig niederschlagen, wenn sie mit einander zusammengebracht werden, kann bei der Bereitung solcher Lackfarben, zu denen Zinnsalz verwendet wird, ohne Zweifel benutzt werden. Das Thonerdenatron bietet jedoch bei der Bereitung von Lackfarben einen Uebelstand dar. Die Lackfarben setzen sich nämlich nicht leicht ad, mag man in der Kälte oder in der Wärme