Text-Bild-Ansicht Band 171

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CXI. Ueber ein neues, leichtes und ökonomisches Verfahren, um die thierischen Substanzen an freier Luft zu conserviren; von Pagliari.

Aus den Comptes rendus, t. LVIII p. 253.

Ich theile der (französischen) Akademie ein sehr einfaches neues Verfahren zum Conserviren der thierischen Substanzen mit.158) Die Flüssigkeit, welche ich zu diesem Zwecke anwende, ist eine Composition von Alaun, Benzoe und Wasser, wenig verschieden von meinem blutstillenden Wasser (eau hémostatique). Eine dünne Schicht der fraglichen conservirenden Flüssigkeit, auf der thierischen Substanz aufgetragen, welche man dann an freier Luft liegen läßt, reicht hin um dieselbe gegen Veränderung zu schützen. Diese Thatsache erkläre ich mir auf folgende Weise.

Die conservirende Flüssigkeit, welche mit der zu conservirenden thierischen Substanz in Berührung gebracht wurde, setzt auf letzterer ein dem bloßen Auge unsichtbares Gewebe ab, welches als antiseptisches Filter wirkt, indem es nur der reinen Luft den Zutritt gestattet; dieses Gewebe bildet eine Art Hülle, welche sich nach Pasteur's schönen Untersuchungen der Entwickelung der thierischen und vegetabilischen Fermente widersetzt, während die Verdunstung ungehindert stattfinden kann. Solche thierische Substanzen, welche in die conservirende Flüssigkeit eingetaucht sind, werden sich beliebig lang conserviren lassen.

 Miscellen.

Behandlung der Dampfmaschinen bei kalter Witterung.

Wir entnehmen über diesen Gegenstand dem Scientific American Folgendes:

Während des Winters ist es nothwendig, eine viel größere Sorgfalt auf die Dampfmaschinen zu verwenden, als während der wärmeren Jahreszeit. Besonders sind es die Speisepumpen, welche einer Beschädigung durch Frost ausgesetzt sind und mancher Verlust an Zeit und Geld hat seinen Grund in der Vernachlässigung dieses Maschinentheils. Jede Pumpe sollte mit einem kleinen Hahnen versehen seyn, durch welchen das

158)

Diese Notiz wurde von Hrn. Pasteur der Akademie eingereicht.