Text-Bild-Ansicht Band 173

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und nicht mehr die Fäden selbst, sondern die Scheibe der Spule anspannt.

VII. Neue amerikanische Patent-Lohmühle aus der Eisengießerei und Maschinenfabrik von J. Pintus und Comp. in Brandenburg a.d. H. und Berlin.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Jeder Gerber, welcher nicht eine eigene Wind- oder Wassermühle besitzt, kennt die Weitläufigkeiten, Unannehmlichkeiten und die Kostspieligkeit des Lohmalens auf fremden Mühlen, und es ist wohl als sicher anzunehmen, daß sich jeder eine eigene Mühle anschaffen würde, wenn dieselbe, in einem kleinen Raume aufgestellt, mit geringer Kraft betrieben und für einen wohlfeilen Preis angeschafft werden könnte. Die aus diesem Bedürfniß entstandenen sogenannten deutschen Kaffeemühlen sind jedoch nur ein höchst mangelhafter Nothbehelf, da sie äußerst wenig leisten, eine verhältnißmäßig große Kraft verbrauchen und sich sehr schnell abnutzen; die Reparaturen sind jedesmal umständlich und machen die Sache theuer. –

Die vorliegende neue amerikanische Lohmühle nun, welche sich, wie aus endstehendem Zeugniß ersichtlich, bereits in einer dreijährigen Probezeit ausgezeichnet bewährt hat, erfüllt alle rationellen Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Güte des Productes, leichte Betriebsfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Billigkeit.

Sie besteht ganz aus Eisen und kann auf jedem Fußboden mittelst vier Schrauben befestigt werden. Fig. 28 gibt einen Längsschnitt und eine Seitenansicht der einen Hälfte des Mahlkegels; Fig. 29 ist die Ansicht von oben.

Ein Doppelkegel von Eisen A, A steht auf vier Füßen B, B, B, B und ist inwendig mit zahlreichen scharfen Schneiden besetzt. Innerhalb des hohlen Doppelkegels läuft ein conischer Stein C, C, welcher drei verschiedene Conicitäten und vier verschiedene Arten von Messern besitzt. Die Messer der obersten Abtheilung zerschneiden die grobe Borke und drücken die Stücke nach unten; die 2. und 3. Abtheilung mahlen die Lohe vor, die 4. mahlt sie fein. Die Messerplatten, welche der Abnutzung