Text-Bild-Ansicht Band 175

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desselben und man sollte denken, daß die Herren Verkäufer keine Ursache hätten, diesen unzweifelhaften Vorzügen durch oben erwähnte Verschleierung seiner wahren Natur einen geheimnißvollen Anstrich zu geben. Aber das sogenannte Olivenöl von Malaga in fester kalter Form (mit 24 Proc. Wasser) wird zu 64 Gulden 10 Kreuzer per Centner verkauft, während reines Olivenöl zu 35 Gulden im Handel zu haben ist! Hieraus dürfte sich alles Räthselhafte erklären und auch dann, wenn das Schmierfett oder das darin enthaltene reine Fett wirklich „nach einem ähnlichen Verfahren wie im südlichen Rußland die Butter“ bereitet würde, so ist dasselbe und trotz aller Vorzüge und Ersparniß in der Verwendung mit einem Preisaufschlag von fast 150 Proc. offenbar theurer bezahlt, als der Verkäufer seinen Abnehmern gern gestehen mag. (Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen.)

Einfaches Verfahren zum Zerkleinern großer Gußeisenstücke.

In der Wochenversammlung des österreichischen Ingenieurvereins am 29. October 1864 theilte Herr L. Gugenheim eine eben so einfache als sinnreiche Methode mit, um große massive Gußeisenstücke von 100 und mehr Centnern zu zerkleinern, eine Aufgabe, welche bekanntlich so große Unbequemlichkeiten verursacht. Er läßt in den zu zertrümmernden Eisenblock ein Loch auf der Dicke bohren, welches mit Wasser gefüllt und durch einen Stahlzapfen geschlossen wird. Läßt man darauf den Kallklotz eines Schlagwerkes fallen, so spaltet sich der Eisenblock beim ersten Schlage in zwei Hälften. (Zeitschrift des österreichischen Ingenieurvereins, 1864 S. 229.)

Ueber das Vorkommen von Vanadium in Roheisen von Wiltshire; von Ed. Riley.

Bei einer Untersuchung eines Roheisens von Westbury in Wiltshire, welches aus oolithischem Eisenerze dargestellt war, hatte der Verfasser früher, als er den mit Fluor-Wasserstoffsäure und Schwefelsäure abwechselnd behandelten Rückstand von der Auflösung in Salzsäure mit doppelt-schwefelsaurem Kali schmolz, einen in Wasser unlöslichen gelatinösen Niederschlag erhalten, den er damals für Titansäure hielt. Bei genauerer Untersuchung ergab es sich jedoch, daß derselbe nicht Titan, sondern Vanadium enthielt.

Die beste Methode, das Vanadium aus dem Roheisen abzuscheiden, ist dieselbe, die für die Trennung von Titan angewendet wird. Man löst das Roheisen fast ganz in verdünnter Salzsäure, setzt dann concentrirte Salzsäure hinzu und siedet eine Zeit lang, filtrirt die Eisenlösung von dem dabei resultirenden Graphit und der Kieselsäure ab, und behandelt den auf dem Filter bleibenden Rückstand dann mit Aetzkali und hierauf mit Salzsäure, trocknet und glüht über der Gaslampe oder besser in einer Muffel. Man erhält als Rückstand eine halbgeschmolzene Masse, die aus einer Mischung von schmelzbarem und unschmelzbarem Oxyd besteht und bei der weiteren Behandlung in bekannter Weise Vanadinsäure liefert. Das untersuchte Roheisen scheint mehr Vanadium zu enthalten als das aus dem Erze von Taberg in Schweden und kann dazu dienen, bedeutende Mengen dieses bisher seltenen Metalles zu liefern. (Journal of the chemical Society, 1864, vol. II. p. 21; Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1864, Nr. 24.)

Darstellung von Thallium aus den Unterharzer Zinkvitriollaugen.

Die zur Herzog Juliushütte am Unterharze durch einmalige Röstung und Auslaugung der zinkblendereichen Rammelsberger Bleierze (Braunerze) erhaltenen Zinkvitriollaugen von 1,441 spec. Gewicht bei 240 C. sind nach Bunsen so reich an Thallium, daß man dieses Metall pfundweise daraus gewinnen kann, zumal