Text-Bild-Ansicht Band 175

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Flüssigkeit in das Rohr und zersetzt sich an dem glühenden Boden, indem das Jod daraus frei wird.

Ist der Gehalt der Flüssigkeit an Jodür nicht zu gering gewesen, so läßt sich auf einem weißen Hintergrund oder beim Einsehen von oben ganz deutlich violetter Joddampf erkennen. Ist die Menge sehr unbedeutend, so läßt sich immer noch mit Hülfe eines mit feuchtem Stärkekleisterpapier umwickelten Glasstabes, den man in das Centrum des Proberohrs einführt, Jod nachweisen. Ich habe diese Manipulation sehr häufig in Anwendung gebracht und sie hat mich niemals im Stich gelassen.

Auch brom- und chlorhaltige Flüssigkeiten lassen sich in ähnlicher Art untersuchen, man braucht nur nach der Zersetzung der organischen Substanz etwas Wasser in das Proberohr zu bringen, oder die Mündung desselben unter Wasser, das sich in einem anderen Proberohr befindet, zu tauchen, die gebildete Brom- oder Chlorwasserstoffsäure löst sich auf und läßt sich in der, wenn nöthig, filtrirten Lösung mit Silberlösung, beziehungsweise mit Chlorwasser und Aether oder Chloroform nachweisen. Auch feste Substanzen lassen sich auf die Halogene prüfen, indem man sie auf den erhitzten Boden des Proberohrs streut und im Uebrigen wie angegeben verfährt. (Zeitschrift für Chemie und Pharmacie, 1864 S. 638.)

Lithionreiche Mineralquelle in England.

In der Nähe von Redrutte in Cornwall ist neuerlich eine heiße Mineralquelle entdeckt worden, die wohl die reichste an Lithion seyn dürfte, welche man bisher kennt. Ihr Wasser bricht aus einer Tiefe von etwa 230 Faden hervor, besitzt eine Temperatur von 50° C., eine Dichte von 1,007 bei 15° C., und liefert innerhalb 24 Stunden ungefähr 400 Kilogrm. Chlorlithium.

Nach der von Prof. W. A. Miller ausgeführten Analyse enthält das Wasser in einem Gallon (4,543 Litern):

Grains
Chlorkalium 14,84
Chlorlithium 26,05
Chlornatrium 363,61
Chlormagnesium 8,86
Chlorcalcium 216,17
schwefelsauren Kalk 12,27
Kieselsäure 3,65
–––––
645,45

nebst Spuren von Chlorcesium, Eisenoxyd, Manganoxyd und Thonerde. Dieselbe Quantität enthält außerdem 8,91 Kubikzoll Gas, bestehend aus 1,89 Kohlensäure, 1,72 Sauerstoff und 5,30 Stickstoff. (Dr. Phipson im Cosmos, vol. XXV p. 443.)

Ueber das Wild'sche Saccharometer.

Hr. Dr. C. Scheibler hat das im polytechn. Journal Bd. CLXXIV S. 146 näher beschriebene neue Polarisations-Instrument von dem Verfertiger desselben, Hrn. Hofmann in Paris bezogen, um dasselbe im Auftrage des Directoriums des Rübenzucker-Vereins einer eingehenden Prüfung auf seine Verwendbarkeit zu Zwecken der praktischen Zuckerfabrication zu unterwerfen, worüber er seinen Bericht in der Zeitschrift des Vereins für die Rübenzucker-Industrie im Zollverein, Octoberheft 1864, S. 797 veröffentlicht hat.

Aus den von ihm mit größter Sorgfalt mit dem Wild'schen Instrument angestellten Versuchen und den Resultaten der Parallelversuche, welche für dieselben Zuckerlösungen unter Benutzung eines Soleil'schen Saccharometers erhalten wurden, geht