Text-Bild-Ansicht Band 175

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rührt von Gebr. Depoully her, obgleich Andeutungen der Möglichkeit der Ueberführung der Phtalsäure in Benzoësäure schon vor zehn Jahren von Gerhardt und neuerdings von Berthelot 97) gegeben wurden.

CXIX. Ueber die Schwierigkeiten der Zuckerfabrication aus Runkelrüben in gewissen Jahrgängen und die Mittel zu deren Vermeidung; von Leplay und Cuisinier.

Aus den Comptes rendus, 1865, t. LX p. 221.

Die Zuckerfabrication aus Runkelrüben bietet in gewissen Jahrgängen, ja fast jedes Jahr in den letzten Arbeitsmonaten, zwei Schwierigkeiten dar, welche man mit „schwierigem Kochen“ und mit „Gährung“ bezeichnet. So oft diese Uebelstände eintreten, erschweren sie die Arbeit und verringern Qualität und Quantität des erzeugten Zuckers. In der Campagne 1863/64 haben sie sich in bisher noch nicht beobachteter Verbreitung gezeigt. Unter diesen Verhältnissen waren wir in der Lage, darüber eingehende Untersuchungen in der Fabrik vorzunehmen, alle Phasen der Erscheinungen zu studiren und die Mittel zu ihrer Vermeidung aufzusuchen.

Alles was bisher über die Zuckerfabrication geschrieben wurde, wirft nur wenig Licht auf diese Fragen. Unsere chemischen Untersuchungen haben uns folgende Resultate geliefert:

1) Die sogenannte „Gährung“ ist eine freiwillige Zersetzung derjenigen stickstoffhaltigen Substanzen, welche den üblichen Reinigungsmitteln entgangen sind.

2) Wenn man den Rübensaft und Syrup einige Zeit mit caustischen Alkalien und Kalk kocht, so werden diese stickstoffhaltigen Substanzen zersetzt und es entstehen daraus: Ammoniak, welches entweicht, kohlensaurer Kalk, welcher niederfällt, und eine viel vollkommenere Reinigung als sie die gewöhnlichen Mittel (Saturation, Filtration) ergeben.

97)

Berthelot sagt in seiner trefflichen, auch für den technischen Chemiker beachtenswerthen Chimie organique fondée sur la synthèse, Tome I p. 348 bei Gelegenheit der Spaltung der Phtalsäure in Benzol und Kohlensäure: „Sollte es gelingen, diese Zersetzung halben Weges aufzuhalten, so würde man wahrscheinlich Benzoësäure erhalten.“