Text-Bild-Ansicht Band 182

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Ein kleines aus Linden- oder Pappelholz zusammengefügtes Gestell wird auf die Lauge gelegt und das Ganze der langsamen Krystallisation überlassen. Die Temperatur der Lauge darf nicht unter 10° C. gehen.

Nach 1 bis 2 Tagen ist alles Krystallisirbare herauskrystallisirt, die Lauge wird abgegossen, die Krystalle vorsichtig mit einem kleinen Spatel aus hartem Holze abgestoßen und auf Lecktücher gebracht, welche, sobald sie gefüllt sind, gut bedeckt werden. Die Krystalle müssen gut abtropfen, werden jedoch nicht gewaschen (ein Waschen derselben würde die Oxydation während des Trocknens zur unausbleiblichen Folge haben), auf saubere aus Weiden geflochtene Trockenhorden gelegt und entweder in der Sonne oder noch besser in dem Luftstrome eines Ventilators so rasch wie möglich getrocknet. Man muß den Zeitpunkt genau abwarten, in welchem die Krystalle vollkommen trocken sind, denn nur ein wenig längeres Liegen an der Luft bewirkt Oxydation und Verwittern.

Das gut getrocknete Salz wird in luftdicht verschließbaren Gläsern oder Kruken aus Steingut aufbewahrt, muß eine helle grünweiße Farbe besitzen und ausgeprägte ungefähr haselnußgroße Krystalle darstellen. (Hamburger Gewerbeblatt, 1866 S. 55.)

Neuer Entwickler in der Photographie.

Nach Schnauß (photographisches Archiv, 1866 S. 20) ist die Bernsteinsäure in Verbindung mit Eisenvitriol ein vorzüglicher Entwickler. Folgende Mischung wird besonders empfohlen: 4 Maaßtheile einer concentrirten Lösung von Eisenvitriol, 4 Maaßtheile concentrirte Bernsteinsäurelösung, 16 Maaßtheile destillirtes Wasser und 1 Maaßtheil Alkohol. Die Entwickelung ist ziemlich so rasch wie bei Anwendung von schwefelsaurem Eisenoxydul-Ammoniak, doch werden die Schwärzen feiner detaillirt, die Lichter bleiben durchsichtig, die Halbschatten sind zarter. Die Entwickelung erfolgt in kürzerer Zeit als mit dem gewöhnlichen essigsauren Eisenammoniak-Entwickler.

Ueber die Bereitung eines vorzüglichen Glanzgoldpräparates zur Vergoldung von Porzellan.

Schon seit längerer Zeit kömmt unter dem Namen Glanzgold ein Präparat in den Handel, welches man nur nöthig hat auf das Porzellan aufzutragen und zu glühen, um eine glänzende Vergoldung zu erhalten, welche man nicht nöthig hat zu poliren. Solches Glanzgold kann nach folgender Vorschrift bereitet werden: Man übergießt 32 Theile Gold mit 128 Theilen Salpetersäure und eben so viel Salzsäure, erwärmt gelinde, bis sich das Gold vollständig aufgelöst hat, setzt nun zu der Lösung 1 1/5 Theil Zinn und 1 1/5 Theil Antimonbutter, erwärmt wieder und verdünnt, wenn sich Alles gelöst hat, mit 500 Theilen Wasser. Zu gleicher Zeit bereitet man sich sogenannten Schwefelbalsam, indem man in einem Glaskolben 16 Theile Schwefel mit 16 Theilen venetianischem Terpenthin und 80 Theilen Terpenthinöl so lange gelinde erwärmt, bis eine zähe, gleichmäßige, dunkelbraune Masse entstanden ist, welche dann mit 50 Theilen Lavendelöl verdünnt wird, wobei sich kein Schwefel abscheiden darf. Jetzt gießt man die nach obiger Vorschrift bereitete Goldlösung in diesen Schwefelbalsam, erwärmt gelinde und rührt anhaltend um, bis beide Flüssigkeiten vollständig mit einander gemischt sind. Hierbei verliert die Goldlösung ihre Farbe und bei gut geleiteter Operation bleibt alles Gold gelöst und die Mischung wird beim Abkühlen dick und harzig, während sich zugleich etwas Wasser, nebst der überschüssigen Säure auf der Oberfläche abscheidet und abgegossen wird. Die harzige Masse wird nun mit warmem Wasser gewaschen und wenn die letzten Spuren von Feuchtigkeit davon getrennt sind, durch Zusatz von 65 Theilen Lavendelöl und 100 Theilen Terpenthin verdünnt, wobei man gelinde erwärmt, bis sich Alles zur gleichmäßigen Masse vertheilt hat, und dann noch 5 Theile von basisch-salpetersaurem Wismuthoxyd dazu mischt und das Ganze ruhig stehen läßt, bis es sich geklärt hat. Die völlig klar gewordene Flüssigkeit wird endlich sorgfältig abgegossen und so weit concentrirt, daß sie zur Anwendung