Text-Bild-Ansicht Band 182

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verbleibt, wird getrocknet, gepulvert und zu einer neuen Darstellung an Stelle des Mangansuperoxyds verbraucht und 12 Thle. = 10 Thle. Braunstein gerechnet.

Das Hamburger Gewerbeblatt, 1866 Nr. 34, empfiehlt dagegen, in einem eisernen Grapen 10 Thle. Aetznatron und 1 Thl. Kalisalpeter bis zum Schmelzen zu erhitzen; wenn die beiden Salze ruhig wie Oel fließen, so trage man nach und nach 6 Thle. Braunstein von mindestens 80 Proc. ein, der zuvor auf einer Platte oder in einem Grapen beträchtlich erhitzt worden ist. War der Braunstein heiß genug, so tritt keine Unterbrechung im Schmelzen ein. – Man rührt gut um, – wenn die Masse erstarren sollte, mit einem glühend gemachten Spatel, – nimmt dann und wann eine Probe und löst im Wasser. Möglichste Lösung mit tiefgrüner Farbe zeigt das Ende der Operation an. Der Grapen wird mit einem vorher glühend gemachten Schöpflöffel geleert und sogleich beschickt. Ein Arbeiter kann drei solcher Grapen in Arbeit haben und an einem Tag leicht gegen 2 Ctr. übermangansaures Natron darstellen. Man nehme nicht zu viel Schmelze auf einmal, da eine größere Menge schwieriger zu schmelzen ist und wenn die Masse einmal abgekühlt und fest geworden ist, es sehr lange dauert, ehe sie wieder dünnflüssig wird. Der im Kessel verbleibende dicke Schlamm wird mit Wasser ausgelaugt und dieses Waschwasser zum Auflösen einer neuen Schmelze verwendet, oder man leitet in dasselbe bis auf circa + 15° C. abgekühltes Chlorgas, bis es damit gesättigt ist und verkauft es als ein besonderes Desinfectionsmittel.

Trennung von Kupfer und Palladium; von Fr. Wöhler.

Das zuverlässigste Verfahren, beide Metalle quantitativ zu trennen, besteht darin, daß man das Kupfer als weißes Rhodanür fällt. Die kupferhaltige Palladiumchlorürlösung wird durch Einleiten des Gases mit schwefliger Säure gesättigt und das Kupfer dann durch Rhodankalium gefällt. – Die Fällung des Palladiums durch Cyanquecksilber ist nicht genau. (Annalen der Chemie und Pharmacie, 1866, Bd. CXL. S. 144.)

Ueber Magnesium.

Als Beitrag zur Kenntniß dieses Metalles liefern A. Wanklyn und T. Chapman Folgendes:

Das käufliche Metall in der Gestalt der zum Magnesiumlicht angewandten Bänder ist ungewöhnlich rein und entwickelte so viel Wasserstoff, daß stets etwas mehr als 100 Proc. für die angewandte Probe sich berechneten.

Gegen Halogene ist das Magnesium ziemlich indifferent, denn von Jod in weingeistiger Lösung wird es fast gar nicht, von Chlorgas nicht unmittelbar und von Brom gar nicht angegriffen.

Mit Quecksilber bildet es ein Amalgam, wenn das Quecksilber zuvor bis nahe zu seinem Kochpunkt erhitzt wird, und zwar unter heftiger Reaction. Ein solches Amalgam, welches nur 1/200 Magnesium enthält, läuft an der Luft sogleich an, erhitzt sich mit Wasser befeuchtet und zersetzt Wasser sehr heftig, viel energischer als Natriumamalgam und als reines Magnesium.

Auch bei gewöhnlicher Temperatur – entgegen Phipson's Behauptung – verbindet sich Magnesium mit Quecksilber, jedoch langsam. (Journal of the Chemical Society Mai 1866, S. 141; Journal für praktische Chemie, Bd. XCVIII S. 237.)

Joubert's emaillirte Photographien; von G. W. Simpson.

Kürzlich hatte ich Gelegenheit Joubert's Emailproceß (worüber eine Notiz im polytechn. Journal, 1862, Bd. CLXV S. 317 mitgetheilt wurde) genauer zu studiren. Die Methode wurde hier (in England) vor einigen Jahren patentirt und ist sicher die Basis gewesen, auf welche Hr. Obernetter seinen Proceß77) gegründet hat. Eine

77)

Polytechn. Journal Bd. CLXXVIII S. 228.