Text-Bild-Ansicht Band 182

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und der Assimilirung eines Theiles der im Maulbeerblatte enthaltenen stickstoffhaltigen Substanz vor sich. Da die chemische Zusammensetzung, wahrscheinlich auch der anatomische Bau, beim Beginne wie beim Ende der Aufziehung, in der eben erst entstandenen, wie bei der vollkommen reifen Raupe beinahe ganz dieselben sind, so sind auch die Erscheinungen des Ernährungsprocesses in den verschiedenen Stadien des Wachsthums der Raupen dieselben.

2. Die Analyse der mit steter Anwendung der Waage erhaltenen Zuchtproducte weist einen bedeutenden Abgang an Kohlenstoff nach, welcher zur Erzeugung der Kohlensäure verwendet wird, die in der von dem Insecte ausgeathmeten Luft enthalten ist. Diese Kohlensäuremenge ist eine solche, daß, um 100 Thle. Kohlenstoff, welche das Insect von den Blättern sich aneignet, zu fixiren, die Raupe noch 40 bis 50 Theile mehr consumirt, welche durch den Respirationsproceß zu Kohlensäure umgewandelt werden. Schon Regnault und Reiset haben in ihrer schönen Arbeit über die gasförmigen Producte des Respirationsprocesses die Bemerkung gemacht, daß die Respiration der Seidenraupe weit thätiger und kräftiger ist, als die der meisten anderen Thiere, mit denen sie Versuche anstellten.

3. Allem Anscheine nach findet während der Entwickelung der Seidenraupen eine Ausathmung oder eine Bindung von Stickstoff nicht statt.

4. Der durch die Analysen nachgewiesene Verlust an Wasserstoff entspricht, wie es scheint, einem Sauerstoffverluste, welcher zu dem Schlusse führt, daß ein beträchtlicher Antheil des Nahrungsstoffes während des Ernährungsprocesses in Form von Wasser verschwindet.

 Miscellen.

Neue Bewegungsübertragung, von Dr. Warren Rowell.

Textabbildung Bd. 182, S. 423