Text-Bild-Ansicht Band 182

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man die Säfte durch dicke Lagen von Knochenkohle hindurch filtriren läßt, wobei sich die in der Zuckerlösung enthaltenen Unreinigkeiten auf ihr absetzen. Die Kohle büßt hierbei allmählich ihre reinigende Kraft ein, und man muß sie, um ihr diese wieder zu ertheilen und sie so von Neuem benutzbar zu machen, von den von ihr aufgenommenen Stoffen von Zeit zu Zeit befreien. Am besten und wirksamsten geschieht dieß durch Glühen der Kohle bei Abschluß der Luft.

Soll das Glühen seinen Zweck vollständig erfüllen, so müßen die einzelnen Kohlentheilchen der gleichen Glühhitze während einer gleichen Zeit ausgesetzt werden, und dürfen erst dann, wenn sie völlig abgekühlt sind, mit der Luft wieder in Berührung kommen.

Das Glühen der Kohle geschieht fast immer in eisernen Röhren, die von Feuergasen umspült werden. An die einen Enden dieser Glühröhren schließen sich Kühlcylinder an, in welchen die Temperatur der ausgeglühten Kohle wieder so weit abnimmt, daß sie ohne Nachtheil der Luft ausgesetzt werden kann. Die Entfernung der Kohlen aus den Glühcylindern geschieht nun bisher immer durch die Hand eines Arbeiters, der einen am Kühlcylinder angebrachten Schieber von Zeit zu Zeit öffnet und das ihm fertig dünkende Quantum Kohle austreten läßt.

Es hat diese Einrichtung den empfindlichen Uebelstand, daß sie das Verweilen der Kohle im Glührohr und im Kühlcylinder, und damit den ganzen Glühproceß in seinem wichtigsten Momente von der Willkür des Arbeiters abhängig macht. Diese zu beseitigen und das Entleeren der Kühlcylinder durch einen selbstthätigen, leicht regulirbaren Mechanismus zu bewirken, ist der Zweck der neuen Vorrichtung, welche von der besonderen Construction des Glühofens ganz unabhängig ist.

In den beigegebenen Abbildungen sind für einen einzelnen Ofen diejenigen Theile in größerem Maaßstabe dargestellt, welche die neue Vorrichtung bilden. Fig. 14 ist ein Längen- und Fig. 15 ein Querschnitt durch die unteren Enden der 18 zu einem Ofen gehörenden Kühlröhren B. Diese ruhen auf der gußeisernen Platte C auf, welche hierzu auf ihrer oberen Fläche mit angegossenen Leisten versehen ist, zwischen denen die einzelnen Kühlröhren eingepaßt sind. Für jede Kühlröhre hat die Platte C eine dem Querschnitte jener entsprechende Durchbrechung D.

Auf der unteren Fläche hat die Platte C ihrer Längenrichtung nach 8 angegossene Rippen C, wodurch 7 nach unten offene Canäle entstehen. Diese sind noch durch die Querrippen d, welche sich an die Oeffnungen D anschließen, in einzelne Abtheilungen E geschieden, von denen jede durch eine der Oeffnungen D mit einem der Kühlrohre in Verbindung steht.