Text-Bild-Ansicht Band 183

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Versuches liegt in der Wirkungsweise des Wassers, welches das Pulver durchdringt und das in demselben enthaltene Gas mit einer bedeutenden Kraft austreibt. Schon Saussure hatte beobachtet, daß die Kohle, die ein Gas absorbirt hat, wenn sie in ein anderes Gas gebracht wird, auch dieses aufnimmt, welches dann das vorher absorbirte Gas zum Theil austreibt; man hatte aber bisher nicht beobachtet, daß Wasser oder jede andere Flüssigkeit, indem sie in Folge der Capillarität in einen von Luft erfüllten schwammigen Körper eindringt, diese Luft mit großer Kraft verdrängt. (Comptes rendus, 1866, t. LXIII p. 726.)

Ueber den amerikanischen Tannin-Extract.

Der Tannin-Extract, welcher neuerdings von Amerika nach Europa importirt wird, ist aus der Rinde der weißen Hemlock- oder Schirlingstanne gewonnen, hat eine braune Farbe und syrupartige Consistenz. Sein Preis ist 1/2 Dollar = 1 fl. 15 kr. der Gallon. Anderthalb Gallons (circa 6 Liter) Tannin sollen, nach amerikanischen Angaben, einem Centner Eichenrinde in der Wirkung gleichkommen.

Hr. Dr. Neßler in Carlsruhe theilt über den Werth dieses Gerbmaterials das Folgende mit: nach den Analysen enthält der Syrup' 61,1 Proc. Wasser, 14,3 Proc. Gerbstoff und 24,6 Proc. sonstige nicht flüchtige Stoffe. Gute Eichenrinde enthält 13,2, schlechtere Sorten 7,8 Proc. Gerbstoff. Es ist demnach nur ein Unterschied von 1 1/10 Proc. Gerbstoff zwischen dem Tanninextract und guter Eichenrinde; an die Stelle der Holzfaser in letzterer ist in jenem Extract Wasser getreten. Bleibt auch in der Lohe stets eine gewisse Menge Gerbstoffs zurück, so dürfte doch für eine praktische Anwendung das Tannin, dessen schon aufgelöster Gerbstoff vollständig von der Haut aufgenommen werden kann, in seinem Preis für gleiches Gewicht nicht viel über dem von guter Lohrinde stehen. (Badische Gewerbezeitung, 1867, Nr. 2.)

Die Anwendung von Borax als Waschmittel.

Die holländischen und belgischen Wäscherinnen, welche bekanntlich eine Wäsche von der trefflichsten Weiße liefern, wenden, anstatt Soda, raffinirten Borax als Waschpulver an, und zwar nehmen sie eine tüchtige Handvoll des gepulverten Salzes auf ungefähr 10 Gallons (45 1/2 Liter) kochenden Wassers. Sie ersparen dadurch beinahe die Hälfte der Seife. In allen größeren Waschanstalten befolgt man dasselbe Verfahren. Zum Waschen von Spitzen, von Batist, Muslin etc. wird eine größere Boraxmenge angewendet; zu Crinolinen, Unterröcken etc., welche gesteift werden müssen, ist eine starke Lösung des Salzes erforderlich. Der Borax verursacht den Geweben nicht den geringsten Nachtheil; er macht das härteste Wasser weich und sollte deßhalb auf keinem Toilettentische fehlen.

Er dient auch zum Reinigen des Haares und ist ein vortreffliches Zahnpulver; in heißen Ländern wird er in Verbindung mit Weinsäure und zweifach-kohlensaurem Natron zur Bereitung eines kühlenden Getränkes angewendet. Bekanntlich läßt sich mit hartem Wasser ein guter Thee nicht bereiten; indessen kann man alles Wasser durch Boraxpulver (einen Theelöffel voll auf einen Kessel von gewöhnlicher Größe), welches in ihm durch Kochen gelöst werden muß, weich machen und erspart auf diese Weise mindestens ein Fünftel an Thee. (Druggist's Circular; durch die Chemical News, vol. XIV p. 287, December 1866.)

Neue chemische Spielerei.

Die „Pharaoschlangen“ und der „vesuvische Thee“ haben einem neuen „chinesischen Wunder“, nämlich Farrnkräutern, die aus brennendem Papier emporwachsen, den Weg gebahnt.

Der neuen Spielerei beigegebenen Vorschrift zufolge soll man die dazu zu benutzenden gelb gefärbten Papierstücke so einschneiden oder zusammenlegen, daß sie in