Text-Bild-Ansicht Band 184

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glänzende Masse dar. Sie ist unlöslich in Aether, äußerst wenig löslich in Wasser, etwas leichter löslich in Weingeist, sowie in einer Mischung von Weingeist und Wasser, diesen Flüssigkeiten eine Hellbräunlichgelbe Färbung ertheilend. Leicht löslich ist sie in Amylalkohol, und zwar mit dunkelrothbrauner Farbe. Die Lösung ist außerordentlich empfindlich gegen Basen; die Anwesenheit schon sehr geringer Mengen letzterer färbt sie grün bis blau. Die bereits erwähnte große Empfindlichkeit des Kalisalzes gegen Säuren läßt, trotz der schönen Farbe seiner Lösung, eine Verwendung desselben in der Färberei nicht zu. Aber gerade wegen dieser Eigenschaft lassen sich das Kalisalz einerseits, sowie die freie Säure andererseits als sehr empfindliche Reagentien auf Säuren und Vasen benutzen. (Zeitschrift für Chemie, Jahrgang IX, S. 728.)

XXXVI. Technisch-chemische Notizen; von Dr. R. Brimmeyr.

(Fortsetzung von Bd. CLXXIX S. 398.)

IV. Ueber die Benutzung der Rückstände der Fuchsinfabrication und die Regeneration der Arsensäure.

Seitdem die Industrie der Anilinderivate in ihrer Vervollkommnung einen gewissen Grad von Abschluß erreicht hat und in großartigem Maaßstabe betrieben wird und werden muß, um lohnend zu seyn, ist es endlich an der Zeit, den Rückständen der Fuchsinfabrication und den dabei ganz unbenutzt abfallenden Arsenverbindungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Frage bietet ein doppeltes Interesse dar, und zwei sich manchmal widersprechende Gesichtspunkte, die Wahrung der öffentlichen Gesundheit und das Sonderinteresse des Fabrikanten, müssen in ihrer Vereinigung eine genügende Lösung finden.

Die Gefahren, welche durch die Anhäufung einer so giftigen Substanz wie das Arsen entstehen, erfordern daß man im Interesse der Umgebung der Fuchsinfabriken auf ein Mittel sinne, dasselbe vollkommen unschädlich zu machen. Wie ich in einer früheren Abhandlung (in diesem Journal Bd. CLXXIX S. 388) gezeigt habe, läßt das, was bis jetzt in dieser Hinsicht geschehen ist, noch viel zu wünschen übrig, obgleich durch die zunehmende Concurrenz, welche eine allmähliche Verdrängung der kleineren Industrie durch die große zur Folge hat, die Gefahr auf wenige Mittelpunkte beschränkt wird.