Text-Bild-Ansicht Band 186

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Legirung für die Walzen der Kattundruckereien.

Der Engineer gibt eine neue Legirung an, welche bezüglich der Festigkeit, Dauerhaftigkeit und wohlfeilen Herstellung der aus ihr angefertigten Walzen (mit erhaben gestochenen Mustern) für Kattundruckereien ganz vortreffliche Resultate liefern soll. Dieselbe wird aus 65 Thln. Zinn, 8 Thln. Kupfer, 10 Thln. Blei und 17 Thln. Antimon zusammengesetzt.

Einfache Verfahrungsweise, metallisches Kupfer in feinster Pulvergestalt, sowohl auf nassem wie trockenem Wege zu gewinnen.

Nach der ersteren, von O. Löw im Neuen Jahrbuch für Pharmacie Bd. XXI S. 340 empfohlenen Methode vermischt man eine gesättigte Lösung von Kupfervitriol mit ihrem gleichen Volumen gewöhnlicher Salzsäure und dringt dann in diese Mischung einen hinreichend großen Zinkblechstreifen. Unter stürmischer Wasserstoffgasentwickelung scheidet sich sofort das Kupfer in kürzester Zeit als eine poröse schlammige Masse ab, die sich durch Schütteln in's feinste Pulver verwandeln läßt. Durch ungesäumtes Auswaschen mit anfangs schwachem, schließlich wasserfreiem Alkohol, unter Vermeidung künstlicher Wärme, erhält man den Kupferstaub auf diese Weise oxydfrei.

Ein gleiches Resultat erzielt man, unseren (Böttger's) Beobachtungen zufolge, in sehr kurzer Zeit, auf sogenanntem trockenem Wege, durch Reduction von Kupferoxyd mittelst gewöhnlichen aus Steinkohlen bereiteten Leuchtgases. Bringt man zu dem Ende schwarzes Kupferoxyd in einen kleinen Glaskolben (Kochfläschchen), den man mittelst eines Bunsen'schen dreifachen Gasbrenners von außen stark erhitzt, und leitet durch den doppelt durchbohrten, mit passenden Glasröhren versehenen Kork Leuchtgas in den Glaskolben, so sieht man in wenig Minuten schon eine vollständige Reduction des Kupferoxydes zu metallischem Kupfer eintreten.

Das auf die eine öder andere hier mitgetheilte Weise gewonnene Kupferpulver läßt sich unter Mitanwendung von sogenanntem Quickwasser (einer Auflösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd) und metallischem Quecksilber zur Anfertigung eines dickflüssigen, breiigen Kupferamalgams, einer schnell erhärtenden Legirung, behufs Reproduction von gravirten oder geätzten Stahlplatten mit Vortheil verwenden. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1867, Nr. 19.)

Ueber ein im Handel vorkommendes Aetzpulver für Metalle; von Prof. Böttger.

Auf einer der früheren Frankfurter Messen ward ein Pulver zum Netzen verschiedener Metalle feilgeboten, welches dazu dienen sollte, in vertiefter Manier auf Gegenständen von Zink, Stahl und Eisen Namenszüge u. dergl. anzubringen. Zu dem Ende sollte man die betreffenden Gegenstände schwach erwärmen, mit einem dünnen Ueberzuge von Wachs versehen, hierauf mittelst eines zugespitzten Stahl- oder Eisenstiftes die gewünschten Schriftzüge in die Wachsschicht eingraviren, die beschriebenen Stellen dann mit jenem Pulver bedecken und dieses Pulver schließlich mit etwas Wasser oder Essig benetzen. In wenig Minuten finde man dann nach Entfernung der Wachsschicht die Schriftzüge in das Metall eingeätzt.

Fragliches Pulver hat sich nach einer damit angestellten chemischen Untersuchung als ein Gemisch von fein gepulvertem Kupfervitriol und Eisenoxyd zu erkennen gegeben, und zwar bestehend aus 1 Theil Kupfervitriol und 4 Theilen Eisenoxyd. Jeder Kenner sieht auf den ersten Blick, daß das eigentlich Wirksame in diesem Gemisch der Kupfervitriol ist, das Eisenoxyd dagegen als völlig indifferent, nur als Deckmittel functionirt, zum Schütze vor allenfallsiger Nachahmung. Abgesehen davon nun, daß mit diesem Aetzpulver der Zweck des Metallätzens nur in höchst mangelhafter Weise erreicht wird und daß weit wirksamere Mittel dazu längst allgemein bekannt