Text-Bild-Ansicht Band 187

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entstand, wodurch sie ausnehmend locker wird; auch die beim gewöhnlichen Holzfeuer des Ofens oder Küchenherdes zurückbleibende Kohle zeichnet sich aus ähnlichen Gründen durch leichte Brennbarkeit aus. Ein Stückchen Bäckerkohle an eine brennende Kerze gehalten, kommt sofort in's Glimmen und entzündet schnell eine größere Menge Kohlen. In Ermangelung von Bäckerkohlen zum Anzünden bringt man ein Feuer mit schwer brennenden Buchenholzkohlen in der gewöhnlichen Kohlenpfanne sehr schnell zu Wege, wenn man die untersten Kohlenstücke vorher mit Spiritus begießt und durchtränkt; man reicht mit ganz wenig davon aus. Im Zeitraum einer Minute, zumal wenn ein etwa 1 Fuß hohes Blechrohr auf der Kohlenpfanne steht, gelangt deren ganzer Inhalt in's Glühen. (Badische Gewerbezeitung, 1867 S. 197.)

Chemische Untersuchung des v. d. Porten'schen Tabakpapieres.

Hr. J. v. d. Porten in Hamburg kam bekanntlich zuerst auf die Idee, aus den Stengeln des Tabaks ein Papier (künstliches Blatt) anzufertigen, welches man statt der theuren Deckblätter zur Umhüllung der Cigarren verwenden kann120), und er war auch bemüht, sein Fabricat fortwährend zu verbessern.

Herr G. L. Ulex hat im Juli v. J. eine Probe Tabakpapier aus der Fabrik der HHrn. v. d. Porten und Comp. in Hamburg untersucht und darin die Bestandtheile der natürlichen Tabakblätter, ohne anderweitige fremde Beimischung, gefunden.

Das Papier aus Tabak enthielt nämlich in 100 Theilen:

0,31 Nicotin,
0,32 in Aether lösliches Chlorophyll und Nicotianin,
0,05 in Alkohol lösliches Harz,
7,63 bitteren Extractivstoff, Eiweiß, Gummi und pflanzensaure Salze
(sämmtlich in Wasser löslich),
91,69 Holzfaser und Feuchtigkeit.
––––––
100,00

Ueber die Anwendung der Schwefelsäure in der Kartoffelstärke-Fabrication; von Albert Fesca.

In der Versammlung der Stärke- und Syrup-Fabrikanten, welche im März 1867 in Berlin stattfand, wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern die Anwendung der Schwefelsäure bei der Fabrication der Kartoffelstärke von Nutzen sey. Die Antwort lautete:

„ein Zusatz von Schwefelsäure zu dem Wasser, mit welchem man die Rohstärke wasche, bedinge unter Umständen ein schnelleres und vollkommeneres Absetzen der Stärke, und werde der Schwefelsäure-Zusatz namentlich bei Verarbeitung nicht mehr ganz gesunder Kartoffeln angewandt, bei welchen die Trennung von Stärke- und Faserstoff besonders schwierig von statten gehe, ein Zusatz von Schwefelsäure aber diese Trennung erleichtere. Es sey indessen nicht anzurathen, andere als solche Stärke, die zum Verkochen auf Syrup oder Zucker bestimmt sey, der Behandlung mit Schwefelsäure zu unterziehen, weil so behandelte Stärke weder zur Appretur, noch in der Papierfabrication gebraucht werden könne.“

Mir erschien dieser Gegenstand interessant genug, um etwas näher darauf einzugehen; ich benutzte deßhalb die nächste Gelegenheit, um einen mir befreundeten Kattunfabrikanten darüber zu befragen, warum mit Schwefelsäure behandelte Stärke zur Appretur unbrauchbar sey. Die Antwort lautete: „die Appretur des Kattuns müsse nothwendiger Weise derart seyn, daß der dazu angewendete Stärkekleister die Waare steif, aber nicht brüchig mache, – mit Stärke, die mit Schwefelsäure behandelt sey, erziele man aber nur brüchige Appretur.“

120)

Man sehe die bezügliche Mittheilung im polytechn. Journal, 1857, Bd. CXLVI S. 435.