Text-Bild-Ansicht Band 188

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Diese Ergebnisse lassen sich aus der von uns beobachteten Porosität des Eisens, welche namentlich beim Roh- und Gußeisen sehr bedeutend ist, ohne Schwierigkeit erklären.42

Durch Graham's Versuche ist übrigens seit unseren Versuchen vom Jahre 1863 nachgewiesen worden, daß rothglühendes Stabeisen das 4,15 fache seines Volums an Kohlenoxyd aufnimmt, wenn es in eine aus diesem Gase bestehende Atmosphäre gebracht wird.

Das in unserem Ofen von der inneren Oberfläche der Gußeisenwand absorbirte Kohlenoxyd diffundirt in die äußere Atmosphäre; daher rührt das öfters bis zu wirklichem Uebelbefinden sich steigernde Mißbehagen, welches man beim Aufenthalte in Räumen empfindet, die entweder mittelst gußeiserner Oefen oder durch Luft, welche durch Berührung mit rothglühenden Eisenplatten erwärmt worden, geheizt sind.

XLIII. Ueber die Bronze einer von Peter Vischer gefertigten Statue; von Prof. E. Reichardt in Jena.

Durch freundliche Mittheilung wurde mir ein wenig Bronze zugesendet, welche von der Statue des Grafen Otto IV. von Henneberg zu Roemhild, einem Meisterwerke Peter Vischer's, herrührt, mit der Bemerkung, daß man bis jetzt die von genanntem Meister verwendete Mischung nicht kenne. Die chemische Untersuchung ergab in 100 Theilen Bronze:

Eisen 0,978
Mangan 0,151
Nickel 0,334
Zink 16,609
Blei 1,141
Cadmium 0,318
Kupfer 80,069
––––––––
99,600.

Zinn und Silber waren nicht zugegen. Das specifische Gewicht der Bronze betrug 8,47.

Im Ganzen genommen schließt sich die Mischung den kupferreichen

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Bis jetzt ist es uns noch nicht gelungen, gußeiserne Röhren zu finden, welche einen luftleeren Raum zu halten im Stande sind.