Text-Bild-Ansicht Band 193

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und das Werkzeug sodann so benutzt werden wie der bekannte Zipshausen'sche Röhrenabschneider.40)

Daß für Reinigungszwecke das Rohr zwischen den Kratzbacken C und der Unterlage eingelegt wird, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

J. Z.

XXIX. Ueber Aufbewahrung der Mineralöle; von Dr. M. Zängerle.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Es ist eine bekannte Thatsache, daß hölzerne Fässer, welche für andere Flüssigkeiten vollständig dicht erscheinen, die Mineralöle, namentlich das leichte Petroleum, sehr schnell durchlassen. Die Verluste, welche die Kaufleute auf diese Weise beim Lagern der Mineralöle erleiden, sind bei dem starken Handel mit diesen Oelen ziemlich hoch zu schätzen. Zudem wird die Atmosphäre der Lagerräume durch die Verdunstung der Mineralöle mit leicht entzündlichen Dämpfen geschwängert und dadurch Anlaß zu Explosionen und Brandunglücken gegeben.

Behufs Beseitigung dieser Uebelstände haben Paul Jacowenko 41) und später Bisard und Labarre 42) in Marseille Reservoirs zum Magaziniren der Mineralöle construirt, durch welche die Verdunstung und Entzündung der Oele auf wirksame Weise verhindert wird. Diese Oelreservoirs kommen jedoch nur selten in Anwendung, weil die Petroleumfässer geleert und beim Verkauf wieder gefüllt werden müssen, und weil die Anlage solcher Reservoirs erhebliche Kosten verursacht, wodurch die Lagerspesen erhöht werden.

Am einfachsten ist es, die Mineralöle in den Fässern, wie sie im Handel vorkommen, unter Wasser aufzubewahren. Es dient hierzu die in Fig. 22 im Verticaldurchschnitt und in Fig. 23 im Grundriß dargestellte Einrichtung, welche in jedem Keller- oder Hofraum ohne große Kosten herzustellen ist.

Auf dem Boden eines ausgemauerten, wasserdichten Bassins sind zwei Bohlen m so befestigt, daß sie eine schiefe Ebene bilden. Oben am

40)

Beschrieben im polytechn. Journal Bd. CLXXXI S. 191.

41)

Polytechn. Journal Bd. CLXXIX S. 275.

42)

Polytechn. Journal Bd. CLXXXVIII S. 465.