Text-Bild-Ansicht Band 193

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Isolatoren zu pressen, hat trotz der kostspieligen Maschinen dieser älteren Art der Fabrication weichen müssen, da eine größere Dichtigkeit nicht erreicht wurde, und die geringe Ersparniß an Arbeitslohn den größeren Ausschuß nicht deckt. (Chemisch-technisches Repertorium, 1868 1. Halbj. S. 53)

Ueber Kittungen; von J. L. Friedrich in Darmstadt.

Jedem Gasfachmann ist es bekannt, welche wichtige Rolle die Verkittungen spielen, sowohl im Betriebe, als auch bei der Zusammensetzung eines Ofens und da ganz besonders bei dem Ansetzen der Retortenköpfe. Zu letzterem Zwecke fand ich nun bis heute keinen besseren Kitt als den allbekannten Eisenkitt mit etwas Zusatz von Thon, und versteht es sich von selbst, daß er mit dem Kittstämmer gut und sauber eingetrieben wird. Es kommt jedoch zuweilen vor, daß trotz sorgfältiger Arbeit sich hin und wieder zwischen den Fugen Gas durchdruckt; dieses nun zu verhindern, gebrauchte ich schon manchen Kitt, bis ich einen fand, der mit Recht den Vorzug behielt, und der besteht aus Schwerspath-Pulver und flüssigem Wasserglas oder ersteres und Borax-Auflösung. Mit diesem Kitte werden nun die Fugen nochmals inwendig mit einem Pinsel im Zustande der Ruhe, mit einem Kordelwischer im Betriebe, gut verstrichen.

Auch kann man diesen Kitt noch weiter gut verwenden, wenn man demselben 2/3 Theile Thon zusetzt, und steht er alsdann in der Glühhitze recht gut. Anstatt des flüssigen Wasserglases und der Borax-Auflösung kann man in letzterem Falle recht gut und weit billiger durchkommen, wenn man gestoßenes weißes Glas zusetzt.

Daß die Kittung mit Schwerspath-Pulver eine vorzügliche ist, beweist die Glasur in den gußeisernen Kochgeschirren u.s.w., sie besteht aus demselben. (Journal für Gasbeleuchtung, Juli 1869, S. 345.)

Verfahren zur Bereitung von Kohlenoxydgas; von Chevrier.

Das allgemein gebräuchliche Verfahren zur Bereitung des Kohlenoxyds mittelst Zersetzung der Oxalsäure durch Schwefelsäure ändere ich in folgender Weise ab.

Das aus dem Kolben austretende Gasgemisch von Kohlensäure und Kohlenoxyd leite ich durch ein Porzellanrohr, welches zum Rothglühen erhitzte Kohle (Bäcker-Löschkohlen oder von jeder Spur Hydrocarbür befreite Holzkohlen) enthält. Die Kohlensäure wird nahezu vollständig in das doppelte Volum Kohlenoxyd umgewandelt. Aus dem Rohr zieht das Gas durch eine erste Waschflasche, welche eine Kalilösung enthält, wodurch die geringe Menge zurückgebliebener Kohlensäure absorbirt wird, hernach durch eine zweite Flasche, welche Kalkwasser enthält und so zu sagen als Indicator-Flasche dient; die Flüssigkeit wird durch 10 Liter hindurchstreichendes Gas kaum getrübt.

Man erhält so die dreifache Menge Kohlenoxyd und kann dasselbe im Großen vollkommen rein darstellen. (Comptes rendus, t. LXIX p. 138; Juli 1869.)

Mikroskopische Bestandtheile der Luft von Manchester.

In einem Vortrage vor der naturforschenden Gesellschaft zu Manchester machte Hr. Dancer nach einem Berichte in dem Quarterly Journal of microscopical science vom Januar d. J. nachstehende Mittheilung über die mikroskopische Prüfung der in der Luft von Manchester enthaltenen festen Bestandtheile.

Die Luft war mit destillirtem Wasser gewaschen, und die festen Bestandtheile, welche sie enthielt, waren von Hrn. Smith in einem kleinen verschlossenen Gefäß gesammelt worden. Zunächst untersuchte man das Wasser, in welchem diese Theilchen schwammen, mit einer 50maligen Vergrößerung, um einen allgemeinen Ueberblick über den Inhalt zu erhalten. Dann wurden Vergrößerungen von 120 bis 1600 angewendet.