Text-Bild-Ansicht Band 196

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nacheinander ausgewaschen, so daß schließlich Kuchen zurückbleiben, welche kaum Spuren von Zucker enthalten und die fortgeworfen werden.

Die sämmtlichen Waschwässer werden zur Darstellung des Reinigungsmittels benutzt.

Die Vortheile dieses Verfahrens sind so einleuchtend, daß sie nicht einzeln aufgeführt zu werden brauchen. Dasselbe soll nach Angabe der Erfinder auch zur Zuckergewinnung aus Melasse benutzt werden können. Da die dabei anzuwendenden Apparate etc. sich in jeder Zuckerfabrik finden, so eignet sich das Verfahren auch zur Saftmelisfabrication.

 Miscellen.

Neue Knopflochnähmaschine.

Der Pariser Mechaniker M. J. Guttmann hat der Société d'Encouragement eine Knopflochnähmaschine vorgezeigt, welche nach Armengaud's Génie industriel, Januar 1870, S. 52 nachstehende Einrichtung hat.

Die neue Maschine ist eine Schiffchenmaschine mit zwei Nadeln an einem (abwechselnd) sich drehenden Nadelführer; die eine Nadel ist in der Achsenrichtung desselben, die zweite excentrisch befestigt. Die Maschine ist daher eine Dreifädenmaschine.

Der Schiffchenfaden und jener der centralen Nadel haben eine starke Spannung und sind gleich dick. Beide verschlingen sich am Rand des Knopfloches und bilden ringsherum eine Art Schnürchen. Der dritte Faden, jener der excentrisch gestellten Nadel, ist viel feiner und besitzt eine sehr geringe Spannung. Derselbe füllt den Zwischenraum zwischen dem Nadelstich und dem Rand des Loches aus.

Diese Knopflochmaschine besitzt einige specielle Mechanismen: jene welche die Drehung (Oscillation) des Nadelführers bewerkstelligen und welche ausgerückt werden können, wenn eine gewöhnliche (Stepp-) Naht hergestellt werden soll; ferner einen Arretirungshebel für den Schiffchenfaden, um denselben während der Verschlingung gespannt zu erhalten; einen Schutzhebel für die Nadelspitzen, um deren Abbrechen durch den Stoß des Schiffchens zu verhindern; einen Knopflochführer etc.

Man kann die Maschine auch zur Erzeugung der überwendlichen, ebenso der Steppnaht verwenden. Das „hannoversche Wochenblatt für Handel und Gewerbe“ berichtet in Nr. 45 des vorigen Jahrganges S. 368 über eine neue zur permanenten Gewerbe-Ausstellung von Hrn. Timmann in Hannover eingesendete empfehlenswerthe Knopflochnähmaschine, welche das Ausgezeichnetste ihrer Art genannt zu werden verdient, indem sie die Eigenschaften einer für gewöhnlichen Steppstich brauchbaren Maschine mit der Knopflochnähmaschine vereinigt und außerdem zugleich die allereinfachste Construction einer brauchbaren Knopflochmaschine ist, welche bis jetzt bekannt wurde.

Da der gebrachte Bericht den obigen über die Guttmann'sche Nähmaschine ergänzt, so mag derselbe hier beigefügt werden.

Die neue Maschine arbeitet – abgesehen von dem sogenannten Vorpaß oder Anlegefaden – mit drei verschiedenen Fäden, nämlich zwei Nadelfäden und einem Schützenfaden, wovon letzterer von der Spule einer gewöhnlichen Weberschütze, wie bei den Maschinen von Howe, Singer u.a., geliefert wird. Die beiden vorhandenen Nadeln (gewöhnliche Maschinennadeln) befinden sich an derselben verticalen Nadelstange, welche letztere außer ihrer geradlinig auf- und abgehenden Bewegung noch eine um