Text-Bild-Ansicht Band 197

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hat, die vortheilhaft zum Nähen der Handschuhe benutzt werden kann, daß vielmehr dieselben bisher wohl mittelst Hülfsmaschinen, aber doch eigentlich in allen Ländern noch mit Hand genäht wurden und zur Zeit viele tausend Mädchen damit beschäftigt sind. In neuester Zeit hat nun der Maschinenbauer F. Kienast in Berlin eine Nähmaschine erfunden, welche, wie uns scheint, in Zukunft auch die Handschuhnäherei lediglich auf Maschinenarbeit zurückführen und diese Arbeit billiger als bisher verrichten wird. Auf die genaue Construction dieser Maschine können wir jetzt noch nicht eingehen, sondern nur angeben, daß auch diese Maschine mittelst Fußtritt bewegt wird, daß die Nähmechanismen von einer horizontalen Welle getrieben werden und dabei die Nadel in horizontaler Richtung sich bewegt. Die Naht kann durch einen Faden und auch durch zwei Fäden gebildet werden, und erscheint dauerhaft sowie elegant; alle Theile der Maschine sind als sehr solide zu bezeichnen. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Maschine bleibt noch zu bemerken, daß ein Mädchen mittelst derselben das Sechsfache der bisherigen Arbeit verrichtet. Dr. Rob. Schmidt.

Walk's Sicherheits-Vorrichtungen für Cassen.

Bei dem Umstande, daß die bisherigen Cassenversicherungen sich sämmtlich als unzureichend erwiesen haben, wäre es jedenfalls wichtig solche Schutzvorrichtungen zu erfinden, welche in allen Fällen verläßlich sind.

Herr Joh. Walk, Beamter der nieder-österreichischen Escompte-Gesellschaft in Wien, hat sich ein neues Princip für den Betrieb von Alarm- oder Weckervorrichtungen bei Cassen patentiren lassen, welches Vieles verspricht. Er will außer den vorhandenen inneren und äußeren Cassawänden noch eine dritte luftdichte Blechwandung einsetzen und den zwischen ihr und der inneren Cassawand hohl gelassenen Raum mit comprimirter oder deprimirter Luft ausfüllen. Dringt nun irgend ein Werkzeug durch die Cassenwand, so erfolgt sofort der aërostatische Ausgleich und damit die Auslösung der Alarmvorrichtung (ein Hebelsystem mit Percussion oder mit einem elektrischen Läutewerk).

Soll Aviso gegeben werden, daß die Cassa in Feuersgefahr ist, so würde die Alarmvorrichtung so eingerichtet seyn, daß sie durch die bloße Expansion der zwischen den Cassawänden befindlichen, wärmer gewordenen Luft ausgelöst wird.

Ueberhaupt will Walk in jedem Falle, sey es also zum Schutze gegen Einbruch, unbefugte Uebertragung, Feuer etc., die Alarmvorrichtung dadurch in Thätigkeit versetzen, daß bei der respectiven Schädigung der Cassa das aërostatische Gleichgewicht zwischen der in den Luftwänden befindlichen und der äußeren atmosphärischen Luft entweder hergestellt oder gestört wird.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß das angeführte Princip, welches in anderer Richtung schon mehrfach für Weckereinrichtungen zweckdienlich ausgenutzt wird, auch zu Sicherheitsvorrichtungen für Cassen eine ausgezeichnete Anwendung zuläßt. L. K.

Das Verhalten der Stahlschienen in der praktischen Verwendung.

Der Bericht, welchen die Eisenbahn-Commissäre des Staates Massachusetts im Monat Februar d. J. dem Senatspräsidenten desselben Staates erstattet haben, ist eine brauchbare Zusammenstellung der Thatsachen, die sich auf Eigenschaften und Kostenverhältniß der Stahlschienen beziehen und soweit sie vor der amerikanischen Praxis an den Tag gelangt sind.

Die Commissäre hatten von 57 Bahnlinien Auskunft erhalten; von 20 derselben waren noch keine Versuche mit Stahlschienen gemacht worden; 11 hatten nur wenige einzeln probirt und allerdings von bedeutender Festigkeit befunden. Die übrigen 26 Linien hatten Stahlschienen in Quantitäten von 100–15,000 Tonnen angewendet und ihre Berichte waren im Allgemeinen den Stahlschienen günstiger, als den anderen; namentlich hatte sich überall da ein Vorzug herausgestellt, wo die Bahn einem schweren Dienst und starkem Gebrauch ausgesetzt war.

Das Gewicht der Schienen variirt von 52–67 Pfd. per Yard und sie stammen von den verschiedensten Fabricationsbezirken sowohl Europa's als des Inlandes. Die Mehrkosten der Beschaffung schwanken gegen Eisen schienen von 50–100 Proc.;