Text-Bild-Ansicht Band 199

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ist. In einer Entfernung von etwa 330 Lachtern vom ersten Bohrloche wurde ein zweites Bohrloch angesetzt und am 17. August 1870 Steinsalz 369 Fuß tief getroffen. Es geht hieraus hervor, daß das Sperenberger Lager, welches die Verticalmächtigkeit der bis jetzt bekannten Steinsalzlager weit übertrifft, auch in horizontaler Richtung eine bedeutende Ausdehnung besitzt.

Ferner wurde bei Segeberg im Holsteinischen Steinsalz nachgewiesen. Das dort betriebene Bohrloch erreichte eine Tiefe von 490 Fuß, bei welcher es bereits 24 Fuß tief in Steinsalz anstand. Da man an dem weiteren Niederbringen durch einen Bruch des Bohrwerkzeuges gehindert war, so setzte man im Mai vorigen Jahres eine halbe Stunde östlich von Segeberg bei dem Dorfe Stipsdorf ein zweites Bohrloch an. In demselben ist am 3. Mai 1870 in einer Tiefe von 310 Fuß ein Steinsalzlager, welches aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem bei Segeberg im Zusammenhang steht, aufgefunden worden. Ende Mai hatte dieses Bohrloch eine Ttiefe von 333 Fuß 10 Zoll erreicht und stand noch im Steinsalz an. Die aus demselben zu Tage geförderten Steinsalzbrocken zeigten sich von vorzüglicher Reinheit. (Nach dem k. preuß. Staatsanzeiger.)

Das Vorkommen von Diamanten in Californien.

In der Chemical News (Novemberheft 1869) erschien eine Mittheilung des Prof. Wöhler in Göttingen darüber, daß er in dem natürlichen Platin von Oregon Diamanten gefunden habe. Nachdem er Gold, Platin, Chromeisenerz, Kieselsäure, Ruthenium u.s.w. nach den üblichen Verfahrungsarten ausgezogen hatte, entdeckte er bei der mikroskopischen Untersuchung des Rückstandes farblose, durchsichtige Körner, von denen er wegen ihrer Unangreifbarkeit durch die chemischen Mittel annahm, daß sie Diamant seyen. Diese Vermuthung bestätigte er dadurch, daß er die Verbrennung im Sauerstoffgas vornahm und mittelst des erzeugten Gases in einer Barytlösung einen Niederschlag kohlensaurer Baryterde darstellte. Der Sand stammte vom unteren Trinity in der Nähe seiner Vereinigung mit dem Klamath.

Diamanten sind bereits an mehreren Stellen in Californien gefunden, und man erwartet weitere Ausbeute davon. Wie übrigens H. G. Hanes der San-Francisco Microscopical Society angezeigt hat, war ihm das Vorkommen der farblosen Körner im Platinsande schon länger bekannt, ohne daß er jedoch deren wahre Natur ermittelte.

Das Platin findet sich mit Iridium und den verwandten Metallen in reichlicher Menge in Trinity County. So enthält das Gold aus dem Hay Fork, einem beträchtlichen Strom dieses County, größere oder geringere Mengen der Platinmetalle, so daß sogar die Händler 2 Dollars auf die Unze Goldstaub vom Preise abzuziehen pflegen. Am North Fork des Trinity River erscheint das Platin zwar in geringerer Menge aber in größeren Stücken. Merkwürdig ist, daß das Platin zwar in den Betten und an den Rändern der Flüsse auftritt, dagegen schon in etwa 1/2 Mile Abstand, wo die sogenannten Hill Claims angelegt sind, fehlt.

Das Platin ist in dem Sande des unteren Trinity so häufig, daß die Wäscher es nur mit der größten Mühe aus dem Golde fern zu halten vermögen. Seine Theilchen sind so fein, daß man kaum im Stande ist, dieselben von dem schweren Sande, welcher das Gold begleitet, zu unterscheiden. Man hat noch nicht versucht, das Platin für sich allein zu gewinnen und an den Markt zu bringen.

Zu Volcano in Amador County hat man ebenfalls Diamanten entdeckt, und zwar in einer eigenthümlichen, vulcanischen Formation, welche Prof. Whitney beschreibt als vulcanische Aschen und Bimsstein, die durch Wasser geschichtet und cementirt seyen.

Es gewinnt demnach das Ansehen, als wenn man – da auch eine Anzahl anderer Counties bereits Platin geliefert haben – mit einiger Aussicht auf Erfolg in allen Goldwäschereien Californiens, soweit sie in Flußbetten angelegt sind, nach Diamanten suchen dürfe. (Berggeist, 1870, Nr. 81.)