Text-Bild-Ansicht Band 199

Bild:
<< vorherige Seite

Zeit lassen, ausführlichere Mittheilungen über diesen höchst interessanten Körper zu veröffentlichen. (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, 1870 S. 337.)

Ueber Ermittelung einer Verfälschung der Traubenweine mit Obstwein; von Dr. Tuchschmid in Zürich.

Der Obstwein dient hier häufig zur Verfälschung von schlechteren Weinsorten, ohne daß man bis jetzt im Stande war, diese Verfälschung mit einiger Sicherheit zu ermitteln. Bei der Vergleichung der Zusammensetzung der Obstweine mit derjenigen der Traubenweine ergibt sich eine große Differenz im Aschengehalt dieser Getränke. Der Obstwein enthält im Mittel aus zahlreichen Bestimmungen 0,11 bis 0,40 Proc. kohlensauren Kalk, während der Kalkgehalt des Traubenweines höchstens 0,049 ausmacht. Es läßt sich gestützt hierauf das Minimum des Zusatzes von Obstwein zu Traubenwein berechnen.

Ist nämlich w die Anzahl der Kubikcentimeter Wein, die in 100 K. C. eines Gemisches beider Getränke enthalten sind; t die Anzahl K. C. Obstwein und a die gefundene Menge CaO, CO², so ist:

a (t + n) = 0,04 w + 0,1 t;

ferner t = 100 – w;

wenn 0,04 das Maximum des Kalkgehaltes von Wein und 0,1 das Minimum des Kalkgehaltes von Obstwein bezeichnet:

t = (100 a – 4)/0,06 w = (10 – 100 a)/0,06

Die Bestimmung des Kalkes wird nach den gewöhnlichen analytischen Methoden ausgeführt. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1870, Nr. 19.

Reinigung der Bier- und Weinflaschen.

Dr. O. Bruckner in Gießen empfiehlt, um Bier- und Weinflaschen von den sich in ihnen bildenden Krusten, selbst wenn diese sehr hartnäckig anhaften, zu befreien: die Flaschen mit einer Lösung von übermangansaurem Natron zu schwenken, oder, wenn nöthig, die Lösung kurze Zeit über der Kruste stehen zu lassen. Der Rest des Ansatzes sey dann leicht mit einer Bürste zu entfernen. (Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen.)

Gleichförmiges Einfeuchten von Druckpapier.

Bei der Herstellung sehr heicklicher Drucke wendet man in der k. k. Staatsdruckerei in Wien mit großem Vortheil die Luftpumpe an. Das zu feuchtende Papier kommt in größerer Menge in einen luftdicht verschließbaren Kasten, die Luft wird durch eine gute Luftpumpe entfernt und hierauf Wasser in den Apparat angesaugt welches gleichförmig das Papier durchdringt. Nach dem Nässen wird das überflüssige Wasser durch eine Schraubenpresse entfernt. (Technische Blätter, 1870 S. 231.)

Fabrication des Astrachanstoffes; von Dr. H. Grothe.

Ueber die Herstellung des Stoffes welchen man unter dem Namen Astrachan seit mehr denn drei Jahren anfertigt und verkauft, ist man im Ganzen noch sehr wenig unterrichtet. Die Engländer haben sich lange vergeblich bemüht, die Methode zu ergründen und erst seit einem halben Jahre ist ihnen dieselbe verrathen worden. Alle bisher in Zeitschriften gegebenen Beschreibungen dieses Stoffes begnügen sich mit der Angabe „der Stoff werde geknautscht.“ Wie dieß aber ausgeführt werde und welche Stoffe man überhaupt „knautscht,“ das können sie nicht anführen und doch ist das die Hauptsache bei der ganzen Fabrication.