Text-Bild-Ansicht Band 199

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Betriebskosten und Verzinsung des Anlage-Capitals, die Kosten eines Centners Dünger sich auf 6 bis 6 1/2 Sgr. stellen.

Da nun der durchschnittliche Stickstoffgehalt frischer Fäcalstoffe wenigstens 0,9 Procent beträgt, so ist es leicht ersichtlich, daß das Verfahren ein sich selbst rentirendes ist; denn Stickstoff hat immer für den Landwirth mindestens einen Werth von 10 Sgr. per Pfund und da der Centner 0,9 Pfund enthält, ist der Landwirth immer bereit, auch mindestens 5 bis 7 Sgr. zu zahlen und außerdem für den Transport nach dem Lande selbst zu sorgen.

Um der Gefahr des Einfrierens der Fäcalien in den Röhren zu begegnen, müssen letztere unter die locale Frosttiefe gelegt werden; dem Einfrieren in den Aborten selbst wird dadurch vorgebeugt, daß erstens kein kaltes Wasser, wie bei den Waterclosets, zugesetzt und so die Wärme dadurch nicht reducirt wird, und zweitens, daß durch eine besondere Syphoneinrichtung die etwa abgekühlte Flüssigkeit von jeder weiteren Berührung mit kalter Luft abgeschlossen ist. Uebrigens hat die Einrichtung während zweier strengen Winter sich in Prag vollkommen bewährt und ein Einfrieren hat nie stattgefunden. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1871, Nr. 2.)

 Miscellen.

Schienenreiniger bei Locomotiven.

Zur Vermeidung des sogenannten Schleifens der Treibräder von Locomotiven beim Befahren von Steigungen und feuchtem Schienengeleise, wird bekanntlich Sand auf die Schienen gestreut. Da nun sämmtliche Laufräder der nachfolgenden Fahrzeuge über die größere Reibung darbietenden Geleise laufen müssen, so wird hierdurch nicht allein ein vermehrter Kraftbedarf zum Fahren, sondern auch eine größere Abnutzung der Schienen und Räder unvermeidlich.

Man versuchte schon allerlei, den Sand sofort nach dem Passiren der gekuppelten Locomotivräder von den Schienen wieder zu entfernen, aber bis jetzt ohne Erfolg.

Die Amerikaner Ortiz und Valladare entfernen nun – wie es scheint mit recht praktischem Erfolg – den Sand durch Dampf und führen deßhalb zu diesem Zweck links und rechts ein enges, nur 1/16 Zoll weites Röhrchen vom Dampfkessel in der Nähe der Probirhähne bis hinter die letzten Treibräder der Locomotive, wo jedes Röhrchen nahe dem Schienenstrange endet. Oeffnet der Locomotivführer beim Befahren einer Steigung, woselbst zur Vermehrung der Adhäsion der Treibräder Sand gestreut werden muß, den Hahn dieser Dampfleitung, so wird der Sand von den Schienen weggefegt, ehe die Laufräder auf die mit Sand bestreuten Schienentheile gelangen, wodurch jeder Reibungsverlust vermieden wird, so daß die Kosten des verbrauchten Dampfes mehr als ersetzt werden. (Nach dem Engineering and Mining Journal, October 1870, S. 225.)