Text-Bild-Ansicht Band 199

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Anzahl
der Fabriken
Verarbeitetes
Rübenquantum in Centnern
18 68/69 18 69/70 18 68/69 18 69/70
Uebrige Vereinsstaaten:
Anhalt 35 35 6,902,930 6,149,768
Braunschweig 25 24 4,463,310 4,371,215
Württemberg 6 5 1,137,975 1,471,815
Baden 1 1 908,735 867,148
Bayern 4 4 379,750 387,085
Die großherzoglich sächs.
Aemter Allstedt und
Oldisleben


2


2


327,211


331,108
Thüringen 2 2 196,608 164,858
Schwarzburg-Rudolstadt 1 1 118,420 101,290
Luxemburg 2 80,364
Königreich Sachsen 1 1 63,280 Nicht im Betriebe.

Bereitung der Glycerin-Wichse; nach Prof. Dr. Artus in Jena.

Bekanntlich hat in neuester Zeit das Glycerin in der Gerberei Eingang gefunden, indem man die Erfahrung gemacht hat, daß dasselbe die Geschmeidigkeit des Leders bedeutend unterstützt und dadurch die Haltbarkeit desselben im hohen Grade befördert. Insbesondere hat sich die Anwendung des Glycerins bei Treibriemen bewährt, welche bekanntlich wegen der beständigen starken Spannung und Reibung sehr dem Brechen ausgesetzt sind. Man bringt das Leder in schwach lohgarem Zustande längere Zeit in Glycerin, wobei dasselbe in die Poren des Leders eindringt und demselben eine solche Geschmeidigkeit ertheilt, daß die daraus gefertigten Gegenstände weit weniger dem Brechen unterworfen sind.

Um nun mittelst des Glycerins eine säurefreie Gutta-percha-Wichse zu bereiten, nehme man 3 bis 4 Pfd. Kienruß und 1/2 Pfd. gebrannte Knochen (sogenanntes gebranntes Elfenbein), bringe dieses Gemenge in ein Gefäß, übergieße dasselbe mit 5 Pfd. Glycerin und 5 Pfd. gewöhnlichem Syrup, und rühre die Masse so lange um, bis das Glycerin und der Syrup sich mit der Kohle vollkommen vermengt haben, d.h. bis sich keine zusammengeballten Kohlenpartikelchen mehr zeigen. Dann werden 5 Loth Gutta-percha, vorher etwas zerschnitten, in einen eisernen oder kupfernen Kessel gegeben und über Kohlenfeuer so lange gelinde erwärmt, bis die Gutta-percha so ziemlich zerflossen ist; darauf werden allmählich und unter stetem Umrühren 20 Loth Baumöl zugesetzt, und nachdem die Gutta-percha vollständig aufgelöst ist, werden noch 2 Loth Stearin zugefügt. Diese Auflösung wird hierauf noch warm unter Umrühren der Mischung von Kohle, Glycerin und Syrup zugesetzt, und nachdem auch hier eine gleichförmige Mischung stattgefunden hat, werden 10 Loth Senegalgummi in 1 1/2 Pfd. Wasser gelöst und ebenfalls der Masse unter Umrühren zugesetzt. Um endlich der Masse einen angenehmen Geruch zu ertheilen, fügt man derselben noch 1 Quentchen Rosmarinöl und eben so viel Lavendelöl hinzu.

Beim Gebrauche wird diese Glycerin-Gutta-percha-Wichse mit 3 bis 4 Theilen Wasser verdünnt. Sie gibt einen schönen Glanz und zeichnet sich dadurch aus, daß sie keine Säure enthält, dem Leder also in keiner Weise nachtheilig seyn kann, daß sie dagegen das Leder weich und geschmeidig erhält und dadurch die Dauer desselben erhöht. (Vierteljahresschrift für technische Chemie, 1869.)

Berichtigung.

In der Beschreibung von Schwärzler's Typotelegraph im vorhergehenden Heft lese man Seite 359 Zeile 13 von oben: und setzt das Uhrwerk in Bewegung.“