Text-Bild-Ansicht Band 201

Bild:
<< vorherige Seite

gute Ausbeute an Schwefelsäure erhalten kann, wenn man nur recht viel Salpeter anwendet.

Dieß ist der Fall sowohl bei der Fabrication aus Schwefel, als bei derjenigen aus Kiesen, wobei selbstverständlich hier vorausgesetzt werden muß, daß man die letzteren so viel als möglich todt brennt (was bei kupferhaltigen Kiesen freilich nicht ganz so leicht als bei reinem Eisenkies zu erreichen ist, und auch, mit Rücksicht auf die spätere Verhüttung, bei denselben nicht so sehr angestrebt wird). Wenn wir eben nur von der einmal erzeugten schwefligen Säure reden, so liegt Alles daran, daß dieselbe in den Kammern eine reichliche Menge Salpetergas vorfinde, um ihr zur Oxydirung in Schwefelsäure behülflich zu seyn. So wie man, etwa veranlaßt durch die neuerlich so hoch gestiegenen Salpeterpreise, versucht an Salpeter abzubrechen, rächt sich dieß gleich in einer Verminderung der Ausbeute, welche mit Leichtigkeit 20 oder 25 Procent betragen kann. Nach meiner Erfahrung darf man (ohne Anwendung des Gay-Lussac'schen Apparates) nicht wesentlich unter 10½ Procent Natronsalpeter von dem im rohen Kiese enthaltenen Schwefel gebrauchen, wenn man nicht die Ausbeute an Schwefelsäure vermindert sehen will, und andere Fabrikanten wenden sogar 12 Procent an. Bis vor einigen Jahren konnte es noch streitig bleiben, ob es sich mehr lohne dieses Quantum Salpeter einfach verloren zu geben, und etwa nur hinter der letzten Kammer einen kleinen mit Kohks gefüllten Bleithurm aufzustellen, in welchem durch einen Dampfstrahl oder durch herabtröpfelndes Wasser noch eine geringe Condensation stattfinden kann, — oder aber sich des in Anlage und Betrieb einigermaßen complicirten Gay-Lussac'schen Apparates zur theilweisen Wiedergewinnung der salpetrigen Säure zu bedienen. Häufig wurde namentlich behauptet, daß das Erstere besser für kleinere, das Letztere für größere Fabriken angebracht sey. Jetzt, kann man sagen, ist die Frage unbedingt zu Gunsten des Gay-Lussac'schen Apparates entschieden, einmal in Folge der seit einigen Jahren eingetretenen und permanent scheinenden Steigerung in dem Preise des Natronsalpeters, außerdem aber auch in Folge der bedeutenden Verbesserungen in den Apparaten selbst. Namentlich in den Sodafabriken am Tyne (in der Gegend von Newcastle) ist die Salpeterwiedergewinnung fast ganz allgemein und sie bürgert sich immer mehr auch in den westenglischen Fabriken ein, in welchen sie sonderbarerweise bis vor Kurzem häufig verschmäht wurde, obwohl einige derselben in allen technischen Fortschritten an der Spitze stehen.

Der allerwesentlichste Fortschritt welcher seit einigen Jahren in England gemacht worden ist, besteht in der verbesserten Art die mit Salpetergas