Text-Bild-Ansicht Band 202

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Die Spectraluntersuchung
weist nach:
Die Analyse des Gases
weist nach:
Zweites Stadium. 8. bis 10. Minute. –
Dichte Flamme. Helle Kohlenstofflinien in
rothem, blauem und grünem Felde.
Entwickelung bedeutender Mengen von
Kohlenoxyd, welches an der
Convertermündung mit hoher Temperatur
verbrennt.
10. bis 14. Minute. – Helle grüne
Kohlenstofflinien deutlicher.
Menge des Kohlenoxydes bedeutend
vermehrt.
14 Minute bis zur Beendigung des
Blasens. – Kohlenstofflinien hell bis zum
Schlusse, wo sie plötzlich verschwinden.
Entwickelung von Kohlenoxyd
fortdauernd bis zum Ende der Reaction.

VI. Leuchtkraft der Flamme.

M. Williams hat in der Zeitschrift Nature die Vermuthung ausgesprochen, daß die bedeutende Helligkeit der Flamme von Kohlenwasserstoffen herrühren dürfte, aber die Analyse zeigt daß diese Annahme unhaltbar ist. Ich halte es für wahrscheinlicher, daß der Grund des Auftretens einer so hellen Kohlenoxydflamme während des Blasens darin liegt, daß dieses Gas an der Convertermündung bei einer weit höheren Temperatur verbrennt, als wir sie beim Anzünden eines Stromes des kalten Gases erhalten; denn offenbar muß das im Metallbade gebildete Kohlenoxyd eine Temperatur haben, welche sogar noch höher ist als die Temperatur des Metalles selbst, und zu dieser Temperatur kommt noch die beim Verbrennen des Kohlenoxydes an der Luft entwickelte Wärme. Dieß ist in Uebereinstimmung mit der von H. Sainte-Claire Deville und Kirchhoff gegebenen Erklärung für die Zunahme der Leuchtkraft einer Flamme wenn dieselbe unter großem Drucke verbrannt wird, daß nämlich die Temperatur der Flamme hierbei erhöht wird.

VII. Vergleichung des Convertergases mit den Hohofengasen und dem Gase aus dem Siemens'schen Generator.

Es dürfte von Interesse seyn, die Zusammensetzung des während der letzten Periode des Blasens sich entwickelnden Gases mit anderen verwerthbaren, in Eisenhüttenwerken auftretenden Gasen zu vergleichen. Hierzu habe ich eine Gasprobe aus einem Cleveland-Hohofen und aus einem Bessemer-Hohofen des Hrn. Wm. Crossley zu Askam ausgewählt; auch habe ich zwei kürzlich von mit ausgeführte Analysen von Gasproben aus Siemens'schen Generatoren zu Dowlais beigefügt.