Text-Bild-Ansicht Band 203

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XVI. Schnellwaage zur Bestimmung des Stärkegehaltes der Kartoffeln; von Dr. Aug. Schwarzer, Professor an der landwirthschaftlichen Lehranstalt zu Tabor in Böhmen.

Der Stärkegehalt der Kartoffeln wird gewöhnlich nach der Dichte derselben beurtheilt, da zwischen der Dichte und dem Stärkegehalte eine ziemlich constante und bekannte Beziehung besteht.

Die Dichte kann nun in mannichfacher Weise ermittelt werden; handelt es sich aber um möglichst genaue Resultate, so ist dazu die Anwendung der Waage kaum durch irgend ein anderes Meßinstrument zu ersetzen. Nach dem gewöhnlichen bekannten Verfahren wird die Dichte gefunden, indem man das Gewicht des Körpers durch den Gewichtsverlust desselben im Wasser dividirt. Die doppelte Abwägung und der Umstand, daß der der Dichte entsprechende Stärkegehalt erst in einer Tabelle aufgesucht werden muß, macht dieses Verfahren für die Praxis unbequem.

Durch die Anwendung der Schnellwaage wird jedoch diese Methode bedeutend vereinfacht, da die Abwägung im Wasser schnell ausgeführt und der Stärkegehalt unmittelbar auf dem Waagearme abgelesen werden kann.

Damit die Richtigkeit der Resultate nicht leide, muß die Schnellwaage eine hinreichende Empfindlichkeit besitzen. Dieß kann durch eine entsprechende Construction des Waagebalkens erreicht werden.

Die Constructionsverhältnisse welche die Empfindlichkeit des Waagebalkens bedingen, sind für die Schnellwaage dieselben wie für die gleicharmige Waage. Es muß nämlich der Schwerpunkt des unbelasteten Balkens nahe unter der Drehungsachse desselben liegen; die Linie welche die Angriffspunkte der auf beiden Armen wirkenden Gewichte verbindet, muß ebenfalls möglichst nahe unter dieser Drehungsachse durchgehen, und der Arm für das abzuwägende Gewicht muß eine entsprechende Länge haben. Da der Angriffspunkt des Laufgewichtes veränderlich ist, so muß die Bahn auf welcher sich derselbe verschiebt, eine gerade Linie oder eine Ebene seyn, deren Verlängerung in die Aufhängekante der Last fällt, und zugleich möglichst nahe unter der Drehungskante des Waagebalkens durchgeht.

Die weitere Einrichtung der Waage ergibt sich aus folgenden Erfordernissen.

Damit die Durchschnittsdichte einer größeren Quantität Kartoffeln einigermaßen verläßlich bestimmt werde, muß die zur Prüfung entnommene Probe aus einer größeren Anzahl Knollen bestehen, da selbst Knollen