Text-Bild-Ansicht Band 204

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den Windungen parallel und das Pendel befinde sich in der einen Grenzlage seiner Schwingungen, so sendet es, in die andere Lage schwingend, einen Strom durch die Drahtwindungen und lenkt sämmtliche Nadeln jeder Uhr ab. Da die Nadeln mit sehr geringer Reibung sich drehen, so machen sie vermöge ihrer Beharrung eine halbe Umdrehung oder darüber. Indem nun das Pendel zurückschwingt, sendet es einen Strom in entgegengesetzter Richtung. Da die Lage der Nadelpole rücksichtlich der Drahtwindungen jetzt die umgekehrte ist, so gibt der Strom den Nadeln abermals eine halbe Umdrehung und zwar in der nämlichen Richtung, so daß sie für jede Hin- und Herschwingung des Pendels eine vollständige Umdrehung machen. Auf diese Weise werden die Nadeln und mit ihnen die Zeiger der Uhr in fortwährender Rotation erhalten. Man könnte etwa glauben, es bedürfe einer besonderen Vorkehrung, um die Nadeln bei jedem Strom gerade eine halbe Umdrehung machen zu lassen, weil sonst der folgende Strom entweder nicht im Stande wäre ihnen den vollen Impuls zu ertheilen, oder sie nur veranlassen würde zu oscilliren, anstatt zu rotiren. Eine solche Vorkehrung ist jedoch nicht nöthig; denn es hat sich gezeigt, daß, wenn man die Normaluhr in Gang setzt, nach wenigen Umdrehungen die Rotation der Nadeln vollkommen gleichförmig wird und es so lange bleibt, als die Uhr im Gang ist. Es ist die Anordnung getroffen, daß jede kleine Abweichung nach einer Standuhr corrigirt werden kann. Die ganze Arbeit, welche erforderlich ist um die Uhren im Gang zu erhalten, beschränkt sich auf das regelmäßige Aufziehen der Normaluhr, worauf dann die anderen Uhren mit der letzteren ganz übereinstimmend gehen.

Vorstehendes System ist an der Londoner Universität, sowie an mehreren anderen Instituten eingeführt und übertrifft alle bisher für den gleichen Zweck in Anwendung gebrachten Systeme rücksichtlich der Einfachheit des Mechanismus.

CXXVIII. Ueber die Auslöschung des elektrischen Lichtes durch die Annäherung eines Magnetes; von Prof. E. J. Houston in Philadelphia.

Aus dem Journal of the Franklin Institute, Mai 1872, S. 299.

Bei Gelegenheit der Aufstellung einer großen Batterie zum Zwecke experimenteller Erläuterung der Eigenschaften des Volta'schen Lichtbogens