Text-Bild-Ansicht Band 205

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schmilzt das hierbei erhaltene und ausgetrocknete phosphorsaure Eisenoxyd mit reinem kohlensauren Kali. Es bildet sich phosphorsaures Kali und Eisenoxyd, welche man durch kochendes Wasser trennt. Das Eisenoxyd wird in Salzsäure gelöst und dann mit Ammoniak gefällt. Die Phosphorsäure wird als phosphorsaures Wismuthoxyd oder als phosphorsaure Ammoniak-Magnesia bestimmt.13)

XLIV. Pyrometrische Bestimmung englischer Dinas-Fabricate, sowie des als Rohmaterial verwendeten Dinas-Sandsteines; von Dr. Carl Bischof.

Durch gütige Vermittelung eines Professors an der Andersonian University in Glasgow erhielt ich eine kleine Sammlung von Dinas Fire Bricks und Dinas-Cement, wie sie augenblicklich in einer der renommirtesten Fabriken in der Nähe von Neath in Süd-Wales angefertigt werden, nebst dem von mehreren benachbarten Werken verarbeiteten Rohmaterial, dem sogenannten Dinas-clay.

Wegen der außerordentlich verbreiteten Anwendung, welche heutzutage die Dinassteine haben, möge hier nach einer kurzen Beschreibung der bezeichneten Materialien deren pyrometrische Prüfung wie auch beschränkte chemische folgen.

1. Weißer Dinasstein (Square Brick, 9 × 4 1/2 × 2 1/2'') mit einem geringen Kalkzusatz.

Ist von weißer Farbe mit einem Stich in's Gelbliche, und nur hier und da zeigen sich dunklere Flecke. Aeußerlich wie mit einem Guß

13)

Vor einigen Jahren wurde von Hrn. Boblique im Ardennen-Departement Phosphoreisen im großen Maaßstabe dargestellt, indem er die in den Schichten des dortigen Gault häufig vorkommenden Knollen von phosphorsaurem Kalk im Hohofen, zusammen mit Eisen, reducirte. Das auf diese Weise erhaltene Phosphoreisen gleicht hinsichtlich seines metallischen Ansehens und seines krystallinischen Aggregatzustandes dem von Sidot dargestellten Producte, und ist auch sehr stark magnetisch. Die in den Drusenräumen dieser Masse vorhandenen prismatischen Krystalle sind aber, obschon sie häufig mehrere Millimeter Länge haben, doch nicht scharf genug ausgebildet um das System, welchem sie angehören, mit Sicherheit erkennen zu lassen.

Bekanntlich ist in der Erdrinde, in welcher doch Phosphorsäuresalze sehr verbreitet sind und zahlreiche Mineralgattungen bilden, ein Phosphoreisen noch niemals aufgefunden worden, wohingegen diese Verbindung im Meteoreisen gewöhnlich vorkommt. Das von Berzelius im Meteoreisen entdeckte Eisennickelphosphuret (Schreibersit benannt), welches seitdem darin häufig wiedergefunden wurde, ist für die Gesteine kosmischen Ursprunges, im Vergleiche mit den irdischen Gesteinen, höchst charakteristisch. Daubrée. (Comptes rendus, t. LXXIV p. 1427.)