Text-Bild-Ansicht Band 206

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Selbstredend eignen sich zur Darstellung solcher Silberverzierungen nur Reproductionen von Strichzeichnungen. Damit die Silberverzierungen besser hervortreten, kann man die geätzte Seite der Platte mit einem undurchsichtigen Lack, z.B. Asphaltlack überziehen.

Zur Hervorbringung eines continuirlichen Sandstromes bediente ich mich folgenden Apparates: Auf einen 4 Zoll hohen festen Fuß einer Lampe wird eine 12 Zoll lange etwa 1/8 Zoll im Lichten starke Messingröhre in ihrer Mitte horizontal aufgelöthet und in die Mitte dieser Röhre vertical ein Messingtrichter eingeführt und ebenfalls festgelöthet. In den Trichter schüttet man sehr trockenen feinen Sand und verbindet durch einen Gummischlauch die eine Seite der Röhre mit einem Gebläse. Wenn das Gebläse in Thätigkeit gebracht wird, so führt die ausströmende Luft den Sand als Sandstrahl, der gegen die Glasplatte zu richten ist, fort.

Jacobsen's chemisch-technisches Repertorium 1871, 2. Halbjahr, S. 98.)

Kohlebilder auf Gyps- oder Thonplatten; von Richard Jacobsen.

Ein chromirtes Kohlepapier wird unter einer durchsichtig gemachten Zeichnung (einem Holzschnitt, Kupferstich u. dgl.) belichtet. Nach genügender Exposition befreit man es durch rasches Waschen mit Wasser von überschüssigem Chromsalz und legt es dann in nicht zu feuchtem Zustande auf eine ebene Gypsplatte (dargestellt durch Aufgießen von Gypsbrei auf eine Spiegelplatte) mit der Bildseite dem Gyps zugekehrt. Ist das Kohlepapier trocken geworden, so wird das Bild durch beständiges Aufgießen von warmem Wasser vorsichtig entwickelt. Es erfordert letztere Operation etwas Uebung, da leicht durch zu starkes Aufgießen von Wasser die feinen Details des Bildes leiden. Man erhält so von der positiven Zeichnung direct ein positives Bild, da nur die vom Lichte nicht getroffene unzersetzte Gelatine in den Gyps eindrang und ihre Schwärze dort absetzte, während das unlöslich gewordene (negative) Kohlebild vom Wasser fortgespült wurde. Dieses Verfahren könnte, da sich in gleicher Weise wie auf Gyps auch Kohlebilder auf unglasirte Thonplatten übertragen lassen, von Wichtigkeit für Porzellanfabrikanten werden, und zwar nicht nur für Zwecke der Decoration von Porcellangefäßen mit Ornamenten und Zeichnungen in Strichmanier, sondern hauptsächlich für schnelle und correcte Uebertragung von durch Buchdruck u.s.w. erzeugter Schrift. Für das Einbrennen solcher Kohlebilder müßte das Kohlepapier natürlich statt eines Ueberzuges aus Tusche und Gelatine einen solchen aus Schmelzfarben und Gelatine tragen. – Zu den obigen Versuchen benutzte ich das von E. Liesegang in Elberfeld bereitete und hierzu sehr geeignete Kohlepapier. (Jacobsen's chemisch-technisches Repertorium 1871, 2. Halbjahr, S. 99.)

Verfahren zum Versilbern animalischer, vegetabilischer und mineralischer Körper.

In England betreibt man jetzt einen neuen Industriezweig, welcher die Versilberung beliebiger animalischer, vegetabilischer oder mineralischer Körper zum Gegenstand hat. Man bereitet zunächst folgende zwei Lösungen:

1) Gebrannter Kalk, 2 Theile; Traubenzucker oder Honig, 5 Theile; Traubensäure (in Ermangelung derselben Gallussäure), 2 Theile; Wasser, 650 Theile. Man filtrirt und bewahrt die Lösung in Flaschen auf, welche ganz angefüllt und verschlossen sind, damit die Einwirkung der Luft möglichst verhütet werde. 2) Man löst 20 Theile salpetersaures Silberoxyd in 20 Theilen Ammoniakflüssigkeit und verdünnt die Lösung mit 650 Theilen destillirtem Wasser. Im Augenblick der Benutzung vermischt man die beiden Flüssigkeiten zu gleichen Theilen, schüttelt sorgfältig um, und filtrirt.

Um Seide, Wolle, Haare, Flachs und andere Faserstoffe zu versilbern, wäscht man sie sorgfältig und taucht sie dann zuerst einen Augenblick in eine gesättigte Lösung von Gallussäure und darauf in eine Lösung von 20 Theilen salpetersaurem Silberoxyd in 1000 Theilen destillirtem Wasser. Man wiederholt diese doppelte Eintauchung, bis das schwarze Ansehen des Faserstoffes durch eine schwache Silberfarbe ersetzt ist. Man legt denselben sodann in die Mischung der oben angegebenen beiden Lösungen,