Text-Bild-Ansicht Band 206

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erforderlich, die Menge des zur Fabrication angewendeten Kalksteines zu reduciren, wenigstens so weit es die Qualität der zu fabricirenden gereinigten Soda gestattet; und die Rohsoda welche die besten Erträge an löslichen Salzen gibt, ist diejenige, welche, nachdem sie genügend erhitzt worden, so daß sie eine starke Entwickelung von Kohlenoxyd veranlaßt wenn sie aus dem Ofen gezogen wird, den geringsten Ueberschuß von Kalkstein enthält.73)

CVII. Ueber die Zusammensetzung des Chlorkalkes; von J. Kolb.

Aus den Comptes rendus, t. LXXV p. 1181; November 1872.

Ich glaube der (französischen) Akademie einige Bemerkungen bezüglich der Arbeit von Prof. Calvert in Manchester über den Bleichkalk74) vorlegen zu müssen.

Nachdem der englische Chemiker das von ihm zur Analyse mehrerer aus englischen Fabriken abstammender trockener Chlorkalksorten angewendete Verfahren beschrieben hat, gelangt er zu der ganz unerwarteten Schlußfolgerung, daß beim Zusammenbringen von Chlor und gelöschtem Kalke nur ein Drittel des Chlors in den Zustand von unterchlorigsaurem Kalk übergeht, und die anderen zwei Drittel Chlorcalcium bilden. Mit anderen Worten ausgedrückt, würde man nach Calvert eine Verbindung erhalten, deren Zusammensetzung, abgesehen von dem überschüssigen Kalke, durch die Formel

CaO, ClO + 2 CaCl

ausgedrückt würde.

Bei einer im Jahr 1867 von mir ausgeführten Untersuchung über den Chlorkalk, welche, obgleich in mehreren Zeitschriften mitgetheilt,75) der Aufmerksamkeit des englischen Chemikers gänzlich entgangen zu seyn scheint, war ich zu folgenden Resultaten gelangt:

1) Das Maximum von Chlor, welches von reinem pulverförmigem

73)

In meinen früheren Mittheilungen habe ich nachgewiesen, daß die Entwickelung von Kohlenoxydgas erst dann beginnt, wenn die Operation sich ihrem Ende nähert, und daß dieselbe nur von der Reduction des Kalksteines durch die Kohle herrührt.

74)

Mitgetheilt in diesem Bande des polytechn. Journals S. 144 (zweites Octoberheft 1872).

75)

Im polytechn. Journal Bd. CLXXXVII S. 55.