Text-Bild-Ansicht Band 207

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der Normalsäure gefüllt ist, so ward übersaturirt; wurde dagegen mehr als ein Volum Säure verbraucht, so war die Saturation noch nicht beendigt und muß noch weiter Kohlensäure zugeleitet werden. Wurde endlich zur Neutralisation des Kalkes in 1 Volum Saft gerade dasselbe Volum Säure benutzt, so war der richtige Saturationsgrad erreicht. – Der Arbeiter gewinnt in kurzer Zeit in der Handhabung des Apparates die nöthige Geläufigkeit, und führt er den Versuch noch vor beendeter Saturation aus, so bringt er es bald dahin, aus der verbrauchten Säuremenge annähernd die zur vollständigen Saturation noch benöthigte Zeitdauer festzustellen.

Während der Filtration soll der Saft 0,01–0,02 Proc. Kalk verlieren; wird demselben mehr Kalk durch die Kohle entzogen, so muß weniger aussaturirt werden, und umgekehrt. Aus diesem Grunde muß auch die Alkalität der filtrirten Säfte bestimmt werden. Zu diesem Zwecke füllt man 2 Raumtheile (A und B) der Röhre mit dem Safte aus; tritt die Rothfärbung beim Anfüllen mit Normalsäure bis Theilstrich 3 ein, so enthält der Saft 0,025 Proc. Kalk, bis Theilstrich 4 aber 0,05 Proc. CaO u.s.w.

Indem man die Alkalinität der Säfte vor und nach der Filtration bestimmt, kann man die Absorptionsfähigkeit der Kohle für Kalk ermitteln und daraus zurück auf die Wiederbelebung des Spodiums schließen.

Auf diese Weise kann man für jeden speciellen Fall und diverse Zuckerlösungen (Dicksäfte, Klärsei, Syrupe etc.) die Alkalinität schnell und in einer für den Betriebsbeamten und Arbeiter überaus brauchbaren Form bestimmen und ausdrücken. (La sucrerie indigèn, t. VII, No. 3–6; Zeitschrift für Zuckerindustrie in Böhmen, November 1872, S. 361.)

XLV. Vereinfachung des Scheibler'schen Apparates zur Bestimmung des Raffinationswerthes der Rohzucker.

Dr. C. Scheibler hat an seinem ursprünglichen Apparat – beschrieben im polytechn. Journal Bd. CCVI S. 48 (erstes Octoberheft 1872) – insoweit eine Aenderung vorgenommen, als er das sonst nöthige Pipettiren beseitigte. Oberhalb den Auswaschröhren stehen auf dem zugehörigen Gestelle 4 Woulf'sche doppelttubulirte Flaschen, welche