Text-Bild-Ansicht Band 207

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XCII. Der Asphalt, seine Gewinnung, Bereitung und Verwendung in der Technik; von L. Videky, königl. ungarischem Ingenieur beim hauptstädtischen Baurathe in Pest-Ofen.

(Schluß von Seite 253 des vorhergehenden Heftes.)

Die größte Schwierigkeit bei Mastix-Trottoirs verursacht die Stoßfuge der einzelneu Streifen und der Ausschnitt bei Reparaturen; an mangelhafter Verbindung der Fugen gehen viele Anlagen zu Grunde.

So lange der Mastix heiß ist, ist die Ansehung eines zweiten Streifens leicht zu vereinigen, besonders wenn man noch über die Fuge ganz heißen Mastix legt und einwalzt.

Ist aber der Mastix bereits erkaltet, so muß man die zu verbindende Kante mit ganz heißem Mastix belegen und einige Zeit sich erhitzen lassen, sodann wird dieser Aufguß abgenommen, in den Kessel zurückgelegt und die Fugenverbindung hergestellt. Das Ueberstreichen der erkalteten Kante mit heißem Eisen ist schädlich und verursacht Calcinirung des Materiales. In jedem Falle ist die Oberfläche der Kante vor Herstellung der Fuge gut zu reinigen.

Auch soll das neue Material an das alte gut angepaßt werden.

Ist die Fuge schlecht gemacht, so öffnet sie sich bei Witterungswechsel in Folge der ungleichmäßigen Spannung sehr leicht in den zwei nebeneinander liegenden Streifen, oder bekommt schon nach einigen Stunden Risse. Ist jedoch die Fuge gut verbunden, so ist die natürliche Elasticität des Mastix genügend, um die Wirkung der ungleichen Spannungen auszugleichen.

An Stellen wo Mastixpflaster mit Stein oder Mauerwerk verbunden wird, muß man stets den einfachen Anstoß an die Fläche vermeiden; bei Steinpflaster soll der Stein an der Kante wenigstens bis auf 3 Centimeter Breite um 1 1/2 der Asphaltdicke tief ausgemeißelt seyn, um so dem Mastix einen guten Anschluß zu geben, wobei der Mastix die Stoßfuge zwischen Beton-Unterlage und Stein verdeckt.

Bei Mauerwerk ist zum Mindesten der Mörtelanwurf abzunehmen und der Mastix bis in die Fugen des Mauerwerkes zu pressen, der Mörtelanwurf aber, nach Herstellung des Trottoirs bis auf die Mastixschichte stoßend, sorgfältig herzustellen. Besser ist es jedenfalls, wenn man in das Mauerwerk eine Rinne schneidet, deren Breite noch über die Trottoirfläche reicht; diese Rinne wird gut mit Mastix ausgepicht und