Text-Bild-Ansicht Band 207

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am Boden das Zink körnig. Wenn sich diese weniger flüssige Masse mehrt, so ist Alles aus dem Schmelzgefäß herauszunehmen und zum Auflösen in Salzsäure zu verwenden, wogegen von Neuem Zink eingeschmolzen werden muß.

Anfertigung schwefelfreier, nicht explodirbarer Zündhölzer.

Herr Escach hat sich am 28. September 1871 auf die nachfolgend beschriebene Bereitung schwefelfreier, nicht explodirbarer Zündhölzer, in Frankreich ein Patent ertheilen lassen. Die Hölzer werden hiernach mit der heißen Lösung eine Fettkörpers imprägnirt. Die Zündmasse besteht aus 7 Theilen Phosphor, 7 Th. Gummi, 40 Th. Bleinitrat, 5 Th. Glaspulver und 10 Tb. Wasser. Die Zündhölzer sind nicht hygroskopisch.

Ueber eine zufällige Bildung von rosolsaurem Kalk; von Georg Leuchs in Nürnberg.

Beim Aufbrechen eines mit Theerpappe überzogenen Daches zeigte sich die unmittelbar darunter befindliche Kalkmörtelschicht an solchen Stellen tief roth gefärbt, wo wenig atmosphärische Feuchtigkeit zutreten konnte. Der färbende Theil war in Wasser und Weingeist mit tief rother Farbe löslich und aus der wässerigen Lösung durch Salzsäure mit gelbrother Farbe fällbar; der durch Lösen in Wasser und Fällen mit Salzsäure erhaltene reinere Farbstoff zeigte sich unlöslich in Wasser, Schwefelkohlenstoff und Benzin, löslich in Aethyl- und Methyl-Weingeist, in Nitrobenzol, in mit Alkalien und talischen Erden versetztem Wasser, in letzterem mit tief rother Farbe, bildete mit Salpetersäure eine gelbe, Pikrinsäure enthaltende Masse und zeigte auch die übrigen, für die Rosolsäure Runge's charakteristischen Reactionen. Es war also aus den Bestandtheilen des Theeres Rosolsäure in den Kalkmörtel übergegangen. (Journal für praktische Chemie, 1872, Bd. VI S. 159.)

Der Gefrierverzug beim Wasser.

Will man einem größeren Hörerkreise zeigen, daß Wasser unter Umständen einen Gefrierverzug erleidet, d.h. bei 0° nicht fest wird, so bedient man sich hierzu nach Dr. G. Krebs eines besonderen, einfachen Apparates. Er besteht aus einer mit einer Kugel versehenen Glasröhre, welche bis etwa in die Mitte der Kugel mit ausgekochtem, destillirtem Wasser gefüllt und oben geschlossen ist. Daneben stellt man eine gleiche, offene, mit nicht ausgekochtem Wasser bis zur Mitte der Kugel gefüllte Glasröhre, zunächst in Wasser, damit beide gleiche Temperatur erlangen, und darauf in eine Kältemischung. Nach kurzer Zeit fängt das gewöhnliche Wasser in der offenen Röhre zu gefrieren an, während das luftfreie in der geschlossenen noch völlig klar ist. Nur sehr heftige stoßweise Erschütterungen bringen auch das luftfreie Wasser zum Gefrieren. Läßt man beide Röhren zu lange Zeit in der Kältemischung, so wird natürlich auch das luftfreie Wasser schließlich von selbst zum Gefrieren kommen.

Das aus luftfreiem Wasser sich bildende Eis ist bekanntlich sehr feinfaserig, und zugleich sieht man nur hie und da an den Enden der Fasern winzige Luftbläschen; während das Eis, welches aus gewöhnlichem Wasser krystallisirt, von viel gröberer Structur ist und zahlreiche Luftblasen einschließt. (Poggendorff's Annalen der Physik, 1872, Bd. CXLVI S. 494.)

Ueber Conservirung von Nahrungsmitteln durch Kälte; von Boussingault.

Vor einigen Jahren (i. J. 1865) wurde in Flaschen eingeschlossene Rindfleischbouillon einige Stunden lang in ein Kältegemisch eingesetzt, dessen Temperatur auf